KfW 308 „Jung kauft Alt": was sich zum 3. August 2026 ändert

Shownotes

Key Insights

  • 913 Abrufe, kein Konditionenproblem: Zwischen Programmstart September 2024 und Anfang 2026 wurde „Jung kauft Alt" 913 Mal abgerufen – das Baukindergeld als De-facto-Vorgänger kam allein 2022 auf über 124.000 Anträge.
  • Der Engpass saß bei den Banken: Rund 90 Prozent der Banken haben das Programm laut Elisabeth von sich aus nicht angeboten, weil die KfW bei verfehlten Förderbedingungen fälligstellt und die Familie viereinhalb Jahre nach Kauf zu Marktkonditionen nachfinanzieren müsste.
  • Zinsaufschlag statt Kündigung: Wer die 54-Monats-Frist reißt, verliert künftig nicht das Darlehen, sondern zahlt einen Aufschlag – für Banken heißt das, sie können den Worst Case vorab in die Haushaltsrechnung einstellen.
  • Vier Maßnahmen statt Effizienzhaus: EH 70 beziehungsweise EH 85 entfallen. Pflicht sind Heizungstausch mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien, Fenstertausch, Fassadendämmung sowie Dach- und Geschossdeckendämmung.
  • Mehr Förderung, gleiche Einkommensgrenze: 140.000 Euro bei einem Kind, 160.000 bei zwei, bis zu 180.000 bei drei – rund 30.000 bis 40.000 Euro mehr als bisher. Die Grenze von 90.000 Euro zu versteuerndem Einkommen plus 10.000 je weiterem Kind bleibt.
  • Gefördert wird nur der Kauf: Das Sanierungsbudget ist nicht Teil des Programms und muss über Eigenkapital, Bankdarlehen oder Zusatzförderung gedeckt werden. Die Sanierung ist Bedingung, nicht Gegenstand.
  • Auf die KfW ist kein Verlass: Leert sich ein Fördertopf, hebt die KfW erfahrungsgemäß erst die Zinsen an und setzt das Programm danach kurzfristig aus. Der Zinssatz ist stichtagsbezogen.

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Credits

  • Host: Marco Beck
  • Expertin: Elisabeth Beck
  • Produktion/Schnitt: Bauffy GmbH
  • Website: https://bauffy.de
  • © 2026 bauffy – Deine Boutique für Baufinanzierung

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge beim bauffy Podcast.

00:00:04: Mein Name ist Marco und heute ordnen wir das Thema KfW 308, oder besser bekannt als das Programm „Jung kauft Alt“, ein.

00:00:13: Da gibt es nämlich im August durchaus wichtige Änderungen im Programm.

00:00:20: Warum dieses trotz einem sehr attraktiven Zinssatz um die 1 % in der Vergangenheit kaum abgerufen wurde, was sich jetzt ändert, das ordnen wir heute ein.

00:00:32: Bevor wir damit aber loslegen, wie gewohnt erst mal Hallo Eli.

00:00:36: Hallo Marco.

00:00:37: Ja, lass uns starten wie immer mit einer kurzen Einordnung der aktuellen Lage, der Swaps.

00:00:44: Wir sind hier heute wieder am Dienstag in der Aufnahme.

00:00:49: Gestern Montag ging es leicht runter im Vergleich zur Vorwoche.

00:00:54: Wir sind jetzt bei 3,16. Das ist allerdings marginal und ich nehme an, das hat noch nicht zur Zinssenkung geführt.

00:01:02: Leider nicht. Wir sind wirklich auf einem extrem hohen Stand.

00:01:08: Die Großen, ING, Commerzbank, die haben jetzt wirklich dreimal in Folge zapfig erhöht.

00:01:13: Und alles, was nicht bei drei auf den Bäumen war, hat da mitgezogen.

00:01:19: Das heißt, für alle, die Angebote, die alt sind, sichern konnten: haltet euch daran fest.

00:01:26: Alles, was aktuell neu kalkuliert wird, liegt minimum 0,2 bis 0,3 % höher.

00:01:33: Und wir hatten ja auch in der letzten Folge darüber gesprochen, was das in Euro ausmachen kann.

00:01:38: Deswegen wirklich für die Leute, die jetzt gerade neu suchen, bindet das in eure Kaufpreisverhandlung ein.

00:01:44: Wenn ihr mal alte Angebote bekommen habt, lasst euch die noch mal durchrechnen und auch zu schauen,

00:01:50: was für eine Auswirkung das auf die monatliche Rate hat. Aber gerade ist das ganz schön zapfig am Zinshimmel.

00:01:57: Ja, ich glaube wir wiederholen uns da jetzt in der Front von der Lage seit ein paar Wochen.

00:02:04: Dementsprechend würde ich vorschlagen, belassen wir es da dabei und enden eher mit dem freundlichen Hinweis auf unsere Folge von vor zwei Wochen.

00:02:13: Da hat man in 15 Minuten erklärt, worauf es ankommt in so einer Situation.

00:02:20: Wenn Zinsen steigen, sehr praktisch für jeden Käufer.

00:02:24: Käuferinnen, da gibt es auch noch einen Deep Dive, der deutlich länger ist, „Wenn sich Bauzinsen bewegen“, hieß die Folge damals.

00:02:32: Hört gerne rein, wenn ihr euch da näher informieren wollt, was gerade wichtig ist.

00:02:39: Ansonsten würde ich sagen, lenken wir über in das Thema von heute, KfW 308 oder besser bekannt als „Jung kauft Alt“.

00:02:50: Ich hatte es in der Anmoderation schon kurz angesprochen.

00:02:54: Ein sehr attraktiver Zins hat es aber kaum abgerufen.

00:02:57: Ich habe ein paar Zahlen mitgebracht und zwar seit Start September 2024 bis Anfang 2026.

00:03:06: Das Programm wurde 913 Mal abgerufen.

00:03:13: Das ist zum Vergleich das Baukindergeld, was der De-facto-Vorgänger war, wurde allein in 2022 über 124.000 Mal beantragt.

00:03:24: Wir sprechen hier wirklich von Welten an Unterschied, über hundertfache Multiples.

00:03:36: Da stellt sich mir die recht einfache Frage, woran liegt das?

00:03:40: Ganz einfach, sieht auf dem Papier gut aus, ist in der Umsetzung eine Katastrophe.

00:03:45: Extrem hohe rechtliche Hürden, die für den Bankpartner bestehen.

00:03:50: Wenn die Förderbedingungen nicht eingehalten werden, wird das von der KfW fälliggestellt.

00:03:57: Dann steht man da viereinhalb Jahre später und muss sich die Finanzierung bei der Bank zu teuren Konditionen nachbesorgen.

00:04:04: Im schlimmsten Fall kriegt man da die Finanzierung nicht.

00:04:07: Das ist ein extremes Problem.

00:04:09: Das klingt nach einem großen Problem tatsächlich.

00:04:12: Lass uns noch mal einen Schritt zurückgehen und vielleicht damit starten.

00:04:19: Was ist das Programm überhaupt und wozu wird es installiert?

00:04:27: Was soll es fördern?

00:04:28: Sehr gerne.

00:04:30: Es ist wirklich ein tolles Programm auf dem Papier.

00:04:34: Es sollen Familien mit Kindern gefördert werden, die in den Eigennutz gehen und sich sagen,

00:04:40: wir wollen einen Bestand kaufen.

00:04:45: Der Gesetzgeber hat gesagt, die Familien sollen diesen Bestand nicht nur kaufen,

00:04:51: sondern das soll dann auch in eine gute Energieeffizienzklasse überführt werden.

00:04:56: Energieeffizienzklassen von die schlechtesten, F-, G-, H-Häuser sollen gefördert werden.

00:05:01: Wir haben ja ganz viel Sanierungsförderung.

00:05:04: Das ist die erste Förderung, wo der Kaufpreis gefördert werden kann.

00:05:08: Das ist eine sehr gute Förderung.

00:05:09: Es ist eine gute Förderung, dass man erst mal kaufen kann und eine gewisse Zeit bekommt,

00:05:12: diese viereinhalb Jahre diese Förderbedingungen einzuhalten, diese Sanierung durchzuführen.

00:05:19: Und dann ein super günstiges aktuelles, glaube ich, Zinssatz bei 0,5 % Darlehen hat,

00:05:25: was man dann von der KfW gefördert bekommt.

00:05:28: Sprich eigentlich eine sehr schöne und smarte Verquickung von Wohnraum- und Klimaförderung.

00:05:35: Ja.

00:05:36: In der Praxis dann nicht ganz so einfach, wie sich herausstellt.

00:05:41: Und da würde ich vorschlagen, lasst uns jetzt hier einmal durch die Kernbausteine des Programms durchgehen,

00:05:50: vor allem dann auch mit einem Blick, was sich jetzt zum 3.8., der kommende Montag ist das, ändern wird.

00:05:58: Lasst uns mal einsteigen mit den Sanierungsstandards.

00:06:05: Ganz ursprünglich musste man daher einen EH 70 erreichen.

00:06:11: Vielleicht kannst du uns da vorgelagert einordnen, was das überhaupt bedeutet.

00:06:17: Ja, das sind ja diese KfW-Standards.

00:06:20: Da haben wir in unserer Sanierungsfolge im Detail drauf eingegangen, was das überhaupt ist.

00:06:25: Ganz kurz noch mal zusammengefasst, das sind Kataloge der KfW,

00:06:31: wo bestimmte Voraussetzungen an die Ausstattung und die Umsetzung von so einem Gebäude gesetzt werden,

00:06:38: die Dämmstärke, was für eine Fenster muss eingebaut sein, damit das halt diesen Standard erreicht.

00:06:46: Und ein F-, G-, H-Haus in so ein 70er-Standard zu bekommen, das kostet extrem viel Geld,

00:06:54: weil einfach die Standards sehr hoch sind.

00:06:57: Und da fand ich das schon gut und auch in den ersten Schritt, dass dieser KfW-Standard von 70 auf 85 runtergesenkt wurde.

00:07:06: Das heißt, man musste jetzt nicht mehr die ganz so hohen Standards erreichen.

00:07:11: Zum Vergleich, die KfW-55 und 40er-Standard, also besonders der KfW-40-Standard, das sind ja Neubauten aktuell.

00:07:19: Also es ist wirklich State of the Art Neubau. Und da ist die 70 nicht mehr weit von entfernt.

00:07:26: Ja, das ist richtig. Und das wurde jetzt, du hattest es schon gesagt, zwischenzeitlich auf 85 angehoben,

00:07:35: ja in dem Fall, dass man mit einem etwas geringeren Standard sich schon zufriedengestellt hat.

00:07:40: Und ich vermute aber auch da festgestellt, dass der Standard immer noch zu hoch ist.

00:07:46: Und deswegen gibt es jetzt eine der entscheidenden Anpassungen.

00:07:51: Genau, es ist halt einfach keine Vollsanierung mehr nötig, sondern man hat halt vier Kernmaßnahmen, die man umsetzen muss.

00:07:58: Das ist zum einen der Heizungstausch. Und dort auch ist es nicht mehr nötig, dass man jetzt zwingend eine Wärmepumpe einbaut,

00:08:07: sondern diese Heizung, die eingebaut wird, muss zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien sich speisen.

00:08:18: Es kann eine Wärmepumpe sein, es kann aber auch eine Brennstoffzellenheizung sein.

00:08:24: Also da gibt es ja unterschiedliche Möglichkeiten. Und der Fenstertausch ist die zweite Maßnahme.

00:08:30: Die dritte Maßnahme ist die Fassadendämmung und die vierte Maßnahme, die Dach- und Geschossdeckendämmung.

00:08:37: So, und da, sprich, das ist dann auch der entscheidende Unterschied, dass man keinen Effizienzhaus-Standard mehr erreichen muss,

00:08:45: sondern eben über ein Maßnahmenpaket von vier Einzelmaßnahmen dann die Bedingungen für „Jung kauft Alt“ in Zukunft erfüllen kann.

00:08:56: Ich glaube, da ist dann noch wichtig, die sind aber Pflicht.

00:09:00: Ja, ich gehe auch davon aus, wenn jetzt beispielsweise in einem Haus die Fenster schon getauscht wurden, die Fenster auch diese Bedingungen erreichen,

00:09:10: dann kann ich das auch nutzen, weil Ziel ist ja, dass diese vier Maßnahmen, diese Bedingungen erfüllt sind.

00:09:18: Und es gibt mir halt auch den großen Vorteil, weil das war nämlich ein Stück weit die Problematik auch in den vorherigen KfW-Standards.

00:09:26: Wenn dann mal irgendwie die Fenster vor 15 Jahren getauscht sind und noch lange halten werden, aber halt diesem Standard KfW-Standard nicht ein Stück weit genügen,

00:09:38: hat man halt das Problem gehabt, dass man für dieses Programm hätte die Fenster rausnehmen müssen und neu einbauen müssen.

00:09:44: Das halt einfach keinen Sinn macht.

00:09:45: Ja. Ich würde vorschlagen, lass uns zum nächsten Punkt gehen, oder?

00:09:51: Sehr gerne.

00:09:53: Und zwar ist das ja alles nicht günstig, so ein Haus dann auf Vordermann zu bringen beziehungsweise zu sanieren.

00:10:02: Und zu kaufen.

00:10:03: Und zu kaufen, genau, das kommt auch dazu. Der Kauf wird ja hier gefördert. Und zwar in welcher Höhe wird denn überhaupt gefördert?

00:10:12: Vorher war es ja so, dass wir zwischen 100.000 und 150.000 Euro die Förderung je nach Kind hatten.

00:10:18: Also je mehr Kinder, desto mehr Fördersumme. Und das wurde auch sehr, sehr gut angepasst.

00:10:24: Also wir haben jetzt mit einem Kind fast 40.000 Euro mehr Förderung.

00:10:29: Da sind wir bei 140.000, zwei Kinder 160.000 und bei drei Kindern bis zu 180.000 Euro.

00:10:36: Was natürlich ein erheblicher Hebel ist, weil man dann einfach diesen günstigen Zinssatz von aktuell um die 0,5 Prozent für fast 30 Prozent mehr bekommt.

00:10:49: Ja, ich glaube, das ist dann auch an der Stelle relativ schnell abgehakt. Der Punkt ist, es gibt mehr Förderung zwischen 30.000 und 40.000 Euro je nach Kinderanzahl.

00:11:05: Vielleicht schließen wir hier gerade mal noch kurz das Thema Einkommensgrenze an. An der Front bleibt alles unverändert.

00:11:15: Sprich bis zu 90.000 Euro zu versteuerndem Einkommen und 10.000 Euro je weiterem Kind auch hier werden gefördert.

00:11:27: Genau, wichtig. Ich sage es immer. Bei der KfW ist das so, es zählt immer das vorletzte und vorvorletzte Jahr des zu versteuernden Einkommens.

00:11:35: Das heißt, für alle, die jetzt vielleicht erst kurzfristig Kinder bekommen haben, wo Elternzeiten bestanden, die vielleicht jetzt aktuell dieses zu versteuernde Einkommen überschreiten würden,

00:11:47: die haben Glück, weil wir aktuell 2026 haben. Wenn man jetzt den Förderantrag stellt, dann würde das zu versteuernde Einkommen der Durchschnitt aus 2023 und 2024 genommen werden.

00:12:01: Vielleicht eine blöde Frage, aber warum ist das so?

00:12:04: Weil die KfW das zu versteuernde Einkommen nur aus dem Einkommensteuerbescheid rausnehmen kann.

00:12:11: Und wenn man sich ja bedenkt, wann man diesen Einkommensteuerbescheid mitunter bekommt, dann geht man halt relativ sicher, dass wenn man das vorletzte und vorvorletzte...

00:12:21: Da beißt sich dann die Bürokratiekatze in den Schwanz.

00:12:26: Verstanden.

00:12:26: Ist aber ein Vorteil tatsächlich.

00:12:28: Ein Vorteil, ja.

00:12:29: Gut, dann würde ich sagen, lass uns einen Schritt weitergehen.

00:12:36: Und zwar haben wir hier das Thema Sanierungskosten.

00:12:45: Kannst du uns da einmal abholen?

00:12:48: Sehr gerne. Also dieses „Jung kauft Alt“ ist ja wirklich nur die Förderung des Kaufes.

00:12:52: Und da ist es so, dass aber dann Maßnahmen daran gekoppelt sind, dass man den Kauf nur gefördert bekommt, wenn was umgesetzt ist.

00:13:03: Vorher waren es ja diese KfW-Standards, wo man selbst bei einem 85er-Standard locker 150.000 bis 200.000 Euro an Sanierungsbudget gebraucht hat,

00:13:15: um überhaupt in diese Sphäre reinzukommen, ein Stück bei diesem KfW-Standard einhalten zu können.

00:13:23: Und selbst jetzt auch mit diesen vier Maßnahmen, so eine Heizung ist nicht günstig, Fenster auch nicht, kommt da halt gut was zusammen.

00:13:31: Und da finde ich das auch ganz gut, dass es weiterhin möglich ist, dass halt eine Kombinatorik stattfinden kann.

00:13:37: Das heißt, wenn dieses „Jung kauft Alt“ kann dann mit beispielsweise einer Sanierungsförderung kombiniert werden.

00:13:43: Das wäre das Programm 261. Oder wenn man sagt, diese KfW-Standards zu Recht sind einfach viel zu teuer und viel zu doof,

00:13:54: kann man dann auch in diese Einzelfördermaßnahmen gehen, dass man sagt, weil ich ja diese vier Förderungen habe, neu jetzt, diese vier Maßnahmen,

00:14:03: ich lasse einzeln die Fenster fördern, ich lasse einzeln die Heizung, kann ich fördern lassen.

00:14:09: Und das sind dann wirklich auch Förderungen oder Zuschüsse, die man dann für die Sanierung noch mal zusätzlich bekommt.

00:14:16: Das heißt ja, man muss dann schon im besten Falle gleichzeitig zum Kauf dieses Sanierungsvorhaben machen.

00:14:24: Und das Sanierungsbudget auch entweder über die Bank oder über Eigenkapital decken können.

00:14:30: Und das ist jetzt aber ein Stück weit einfacher geworden, weil es sich wirklich auf diese vier Maßnahmen dann beschränkt.

00:14:37: Ja, sprich der Standard ist Grundvoraussetzung, um überhaupt das Programm einschalten zu können.

00:14:45: „Jung kauft Alt“ in dem Fall, was aber zwangsläufig in dem Programm dazu führt, dass man sanieren muss.

00:14:54: Und diese Sanierung wird aber nicht durch „Jung kauft Alt“ finanziert.

00:14:59: Da wird es dann etwas komplizierter, kann aber kombiniert werden mit anderen Förderprogrammen,

00:15:04: die dann die Sanierung bezuschussen.

00:15:07: Ja.

00:15:10: Würde ich sagen, da kommen wir gleich noch drauf zu sprechen, weil sich auch da ein Stück weit was ändert in den möglichen Kombi Programmen.

00:15:20: Wir schließen aber erst mal noch das Programm „Jung kauft Alt“ ab.

00:15:25: Wir haben hier noch die viereinhalb Jahre beziehungsweise 54-Monats-Frist.

00:15:29: Du hattest die schon kurz angesprochen als einen der Kernpunkte, weshalb das Programm nicht so gut abgerufen wurde in der Vergangenheit.

00:15:41: Kannst du das noch mal kurz erklären und dann auch sagen, was sich jetzt konkret ändert?

00:15:49: Ja, also das absolute Totschlagargument.

00:15:52: Also das ist der Grund, warum diese Förderung weder viel beantragt wurde noch, und das ist ja das Witzigste.

00:15:58: 90 Prozent der Banken haben von sich aus gesagt, die machen dieses Programm nicht.

00:16:03: Also so eine Bank kann auch entscheiden, wir bieten dieses KfW-Programm über unser Haus nicht an, weil einfach das Risiko denen zu hoch war.

00:16:12: Was passiert, wenn die lieben Eheleute, die Familie das nicht machen oder nicht genug sanieren, dieser KfW-Standard nicht erreicht wird

00:16:22: und wir dann in eine Nachfinanzierung oder Umfinanzierung zu teuren Konditionen kommen?

00:16:28: Und oh Gott, stellt euch mal vor, die Haushaltsrechnung würde nicht mehr aufgehen.

00:16:33: Man muss dazu sagen, wenn jetzt eine Haushaltsrechnung nicht aufgeht, weil das von Förderung in normales Bankdarlehen umgewandelt wird,

00:16:40: dann muss man sich darüber Gedanken machen, ob überhaupt von vornherein so ein Kauf für diese Familie sinnig war.

00:16:45: Aber das sind einfach Risikopunkte. Da habe ich auch jedes Mal, wenn ich diese Förderung beraten habe des „Jung kauft Alt“,

00:16:53: ganz klar vorgewarnt, dass man da halt wirklich auch zu dem Zeitpunkt gar nicht abschätzen konnte,

00:16:59: kommt da vielleicht Mehrkosten, um diesen Standard zu erreichen, was machen wir, wenn wir ihn nicht erreichen?

00:17:03: Also ganz, ganz schrecklich. Und deswegen bin ich jetzt auch froh, dass diese Frist ein Stück weit ausgehebelt wurde,

00:17:11: indem man halt gesagt hat, hey, wenn wir jetzt diesen Standard nicht erreichen, dann gibt es nicht eine Kündigung,

00:17:16: sondern dann wird das halt mit dem Zinsaufschlag weitergeführt, das Darlehen.

00:17:21: Dann ist das immer noch gefördert, halt nicht mehr zu den Superkonditionen. Und das finde ich ein super Mittelweg,

00:17:28: weil dann hat man wenigstens jetzt auch auf Bankenseite die Sicherheit, dass man ein Stück weit dann im besten Falle

00:17:35: in der Haushaltsrechnung mit dem Worst Case aktueller Zinssatz plus Aufschlag rechnen kann.

00:17:41: Und wenn das aufgeht, Haken hinter. Und dann gehe ich auch davon aus, wenn das jetzt neu aufgelegt wird,

00:17:48: auch wieder mehr Banken, die dieses KfW-Darlehen auch anbieten werden.

00:17:52: Sprich klingt für mich auch ganz stark danach, dass einer der Kernpunkte, weshalb das Programm bisher nicht funktioniert

00:18:00: und abgerufen wurde, weil viele Banken gesagt haben, sie machen es nicht.

00:18:05: Ja.

00:18:08: Interessant. Und da erwartest du jetzt aber, das sollte sich durch diesen Mechanismus ja hoffentlich ändern.

00:18:17: Ja, da gehe ich eigentlich fast sehr stark davon aus.

00:18:20: Gut, dann lass uns zum vorletzten Punkt bei „Jung kauft Alt“ kommen.

00:18:25: Es gibt noch den Punkt Antrag vor dem Kauf, sprich der Antrag muss vor dem Kauf gestellt werden, was ein gewisses Risiko ist.

00:18:34: Da ändert sich auch was.

00:18:38: Grundsätzlich ist es so, dass die bevor der Kauf stattfindet, muss dieser Antrag gestellt werden.

00:18:44: Aber jetzt habe ich nicht mehr dieses große Risiko, dass ich, weil man muss einfach sagen zwischen ich habe ein Haus gefunden

00:18:53: und der Notartermin findet statt, zu dem ich die Finanzierung haben muss.

00:18:58: Die Zeit ist jetzt nicht extrem groß und da muss man ja so einen Sanierungsfahrplan aufzustellen, um eine KfW-Standard zu erreichen.

00:19:08: Das ist halt sportlich, das in der Zeit zu erreichen.

00:19:11: Und so mussten halt viele diesen Antrag stellen auf gut Glück und sagen, okay, wenn jetzt die Kostensteigerung kommen,

00:19:19: haben wir das im besten Fall Eigenkapital, um das auszugleichen.

00:19:22: Und dadurch, dass diese vier Maßnahmen jetzt übersichtlicher und schneller sind, in den Kostenvoranschlag zu bekommen,

00:19:31: es wird vereinfacht, sinkt halt einfach das Risiko, dass man, wenn man dann zum Notar geht und diese Förderung mit in der Finanzierung beantragt hat,

00:19:40: dass man dann dieses Sanierungsvorhaben ein Stück weit nicht umgesetzt bekommt am Ende des Tages.

00:19:47: Ich bleibe dabei, in meiner Beratung ist es immer wichtig, wenn ich diese Art Häuser habe,

00:19:52: dann lasse ich Kunden nicht ohne Sanierungskonzept in der Finanzierung gehen.

00:19:58: Bedeutet entweder haben sie genug Eigenkapital für die Maßnahmen, die nötig sind und dass man sagen kann, hey, dann finanzieren wir, sage ich jetzt mal gerade, nur den Bestand.

00:20:07: Macht aber für mich auch keinen Sinn, Klammer auf, wir hatten da eine Folge zu gemacht.

00:20:13: Bankpartner wie die ING, die jetzt dieses Baufi Energy aufgebracht haben, wo man wirklich extreme Vorteile hat, so eine Sanierung direkt mit im Kauf mitzuplanen.

00:20:24: Und das wird dann einfach in der Kombinatorik nur noch verstärkt und durch die vier Einzelmaßnahmen vereinfacht,

00:20:32: dass ich jetzt halt wirklich auch gutem Gewissen ein Stück weit diese Förderung beantragen kann.

00:20:36: Ja, ich glaube, an der Stelle ist es durchaus auch noch mal erwähnenswert, dass es glaube ich insgesamt bei Altbauten und Häuser in der Kategorie, wo fangen wir an?

00:20:50: F, G, H, es grundsätzlich sinnvoll ist, eine Sanierung durchzudenken, durchzurechnen und da dann auch gegebenenfalls einen Fahrplan aufzustellen,

00:21:00: weil vor allem auch für Banken das Thema ESG und Energieeffizienz wichtiger ist, als es vielleicht im ersten Punkt erscheint.

00:21:12: Nein, die Banken machen das ja nicht freiwillig, die werden ja dazu gezwungen von der EU.

00:21:16: Das ist mir schon klar, aber trotzdem bleibt es für sie alternativlos und deswegen wichtig.

00:21:25: Dann lasst uns zum letzten Punkt kommen und zwar haben wir uns für den letzten Punkt für den Zinssatz entschieden, bisher noch gar nicht drüber gesprochen.

00:21:37: Wo liegt der denn überhaupt bei „Jung kauft Alt“?

00:21:40: Aktuell zwischen quasi 0 % und 0,5 %, also extrem attraktiv.

00:21:46: Daran sieht man auch, das ist ein Anzeiger dafür, dass diese Förderung nie in Anspruch genommen wird.

00:21:53: Bei so einem Zins kein Abruf, das muss ein großer Pain sein.

00:21:59: Ja, vielleicht auch wie das mal vonstattengeht bei der KfW.

00:22:04: Man muss sich vorstellen, die Politik hat ja ein Stück weit gewisse Ideen und die werden dann in Form dieser KfW-Programme ja als Förderung rausgegeben.

00:22:12: Der Zinssatz ist ja auch ein Indikator dafür, wie viel Förder, also es wird ja dann für jedes Programm ein gewisser Fördertopf freigegeben.

00:22:22: Also ich sag mal bestimmte Millionen an Zuschüssen, die dann die Banken ja dann erhalten.

00:22:29: Und dann gibt es halt Programme, jetzt beispielsweise eine Neubauförderung in der 55er, also das, was jetzt ja von heute auf morgen abgesetzt wurde.

00:22:39: Wo halt dann aufgefallen ist, wir haben keine Fördergelder mehr, dann ist immer der erste Punkt, was in der Strategie, wie eine KfW vorgeht, erst mal die Zinssätze anheben.

00:22:50: Wir machen dich so unattraktiv, dass dich eh keiner mehr nutzen möchte.

00:22:54: Und wenn das nichts bringt, dann wird es halt von heute auf morgen abgesetzt.

00:22:59: Und das sind so die Punkte, wo man immer schauen muss, auf eine KfW ist gar kein Verlass, also wirklich mit Großbuchstaben gar kein Verlass.

00:23:10: Weil da jetzt nicht irgendwo eine Planbarkeit besteht.

00:23:13: Also die KfW hat schon zuhauf Punkte gehabt, wo Programme von heute auf morgen gecancelt wurden.

00:23:21: Und ganz schlimm in dieser Neubauförderung, wo es ja früher noch Zuschüsse bis zu 50.000 Euro gab.

00:23:27: Von heute auf morgen waren Familien vor ihrem Bauvorhaben in Scherben gestellt worden, weil diese Zuschüsse nicht mehr beantragt werden konnten, die damit aber geplant hatten.

00:23:37: Und genauso läuft das jetzt seit Jahren weiter.

00:23:41: Wenn die KfW merkt, und leider ist die Politik da nicht so gut drin, dass halt Gelder nicht mehr da sind, dann wird das halt sofort gekappt.

00:23:51: Oder es werden Zinsen angehoben. Ich hatte auch schon Zinserhöhungen um über ein Prozent.

00:23:58: Von heute auf morgen. Also dann ist wirklich, wenn bis morgen der Antrag nicht eingegangen ist und die Mail kommt um 16 Uhr.

00:24:03: Also da hat man gefühlt zwei, drei Stunden Zeit, um wenn überhaupt noch auf die Beine zu stellen und wird dann vor vollendete Tatsachen gestellt.

00:24:11: Deswegen dieser Zinssatz ist immer stichtagsbezogen.

00:24:15: Das heißt, auch da bin ich mal gespannt, wenn wir dann am 3.8. diese ganzen Änderungen haben, über die wir gesprochen haben, die ja dazu führen werden, wo ich davon ausgehe, dass diese Förderung wieder, wie das schlecht gesagt,

00:24:30: dass diese Förderung beantragt wird. Wie lange dieser Zinssatz von 0,5 Prozent gelten wird, weil auch da dann, ich gehe davon aus, der Topf dann auch relativ schnell leer sein wird.

00:24:45: Ja, das klingt mir fast nach schnell sein lohnt sich. Angesichts der der aktuellen Zinslage ist dann vielleicht auch ein guter guter Wrap.

00:24:58: Die Frage an dich, wie schätzt du das denn jetzt ein mit den Änderungen, die hier bevorsteht? Wir wissen, kaum abgerufen, maximal unattraktiv das Programm, außer in, man muss ja wirklich sagen, in Ausnahmefällen, wenn man sich die Zahlen anschaut, wird das Programm attraktiver dadurch?

00:25:21: Es kommt drauf an, ich bin schon mal echt begeistert, das hätte ich nicht gedacht. Da hat irgendjemand bei der KfW einen Arbeitskreis gebildet und...

00:25:32: In dem Fall wussten sie nicht mehr weiter.

00:25:36: Und haben sich gedacht, in irgendwas muss es ja liegen, warum dieses Programm nicht abgerufen wird.

00:25:43: Haben wahrscheinlich dann noch mit ein paar Bankpartnern gesprochen, die denen gesagt haben, ja wir nutzen das eh nicht oder bei uns gibt es das sowieso nicht.

00:25:50: Und man sieht schon an den Änderungen, dass dort auch Pain Points erkannt wurden und ein Stück weit jetzt auch dagegen gearbeitet wird, wo ich schon Herausforderungen sehe, für mich hätte das auch ein Drei-Maßnahmen-Paket sein können.

00:26:08: Weil zum einen, also aus diesen vier Maßnahmen, Heizungstausch, Fenstertausch, Fassadendämmung, Dach- und Geschossdeckendämmung, aus meiner Erfahrung ist halt wie gesagt diese Fassadendämmung meistens hundeteuer, wirklich extrem teuer für einen überschaubaren Mehrwert, den man hat.

00:26:29: Ich finde Fenstertausch ist eigentlich immer etwas, was super gut ist, was sehr gut funktionieren kann und auch so eine Geschossdeckendämmung hat, finde ich, ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis.

00:26:42: Das haben wir in unserer Folge zum Thema energetisches Sanieren auch schon besprochen.

00:26:46: Kann man auch super über eine Einzelmaßnahme bei der BAFA fördern lassen, kriegt da einen Teil wieder. Also das sind so Punkte, wo ich sage, hey, mega.

00:26:56: Heizungstausch, bin ich so, sage ich mal ein Stück weit, finde ich das schade, wenn für alle die, die halt ein Haus, also die ein Haus kaufen, was vielleicht nicht richtig schlecht ist, sondern so ein bisschen was Gutes hat.

00:27:11: Ich mache dir ein Beispiel. Da wurde eine Gasheizung eingebaut in 2015. Die wird jetzt noch 20 Jahre halten gefühlt.

00:27:20: Da müsste ich jetzt die Heizung rausschmeißen, weil um diese Förderung einzuhalten. Und wenn man aber die drei anderen Maßnahmen macht oder vielleicht nur die anderen zwei Maßnahmen, hat man auch ein mega gutes Haus, würde aber jetzt aus der Förderung rausfallen, weil halt die Heizung nicht minimum 65 Prozent erneuerbare Energien hat.

00:27:41: Und da sehe ich halt die einzige Gefahr drin, dass diese Häuser im Bereich „Es wurde ein bisschen was gemacht“ halt sehr schnell rausfallen werden, dann doch, weil einfach die Kosten nicht im Verhältnis zum Nutzen stehen ein Stück weit.

00:27:59: Ja, sehr schön. Ich glaube an den Programmpunkt können wir einen Haken machen.

00:28:08: Ja, lass uns die letzten paar Minuten noch einmal das Thema Kombinatorik, wie du es so schön genannt hast, aufgreifen. Und zwar ändert sich auch bei den Programmen 458 und 261 was, die mit dem Programm „Jung kauft Alt“,

00:28:36: also kombinierbar sind. BAFA hattest du auch schon angesprochen. Gib uns da doch mal nur mal einen kurzen Rap, was sich an der Front ändert.

00:28:47: Also summa summarum kann man sagen, die Sanierungsförderungen werden extrem zusammengestrichen. Man merkt, dass der Haushalt kein Geld hat und dass die liebe Frau Reiche da auch ein Stück weit jetzt extrem eindämmt.

00:29:00: Weil summa summarum kann man eigentlich über alles an Sanierungsförderungen reinschreiben, was jetzt erneuert wurde, dass die Förderzuschüsse oder die Fördersumme gekappt wurden.

00:29:12: Wenn wir jetzt mit der Heizungsförderung anfangen, das ist die 458, da kann man einzeln den Heizungstausch fördern lassen. Da hat man ja früher wirklich auch bis zu 70 Prozent wiederbekommen.

00:29:30: Weil es gab eine Grundförderung, da gab es einkommensspezifische Zuschüsse und das wurde komplett umgestellt. Und der erste große Pfeiler, wo wirklich ein Stück weit ein Zaun reingeworfen wurde, oder ein Pflock reingestellt wurde, ist, dass die Kosten, die förderbar sind, jetzt reglementiert sind.

00:29:52: Die liegen aktuell bei 28.000 Euro. Vorher war es so, dass die Kosten jetzt, wenn eine Wärmepumpe 40.000 Euro gekostet hatte, wurde das auch gefördert. Also es ist nicht nur der Prozentanteil zusammengestrichen worden, sondern es wurde auch ganz klar gesagt, hey, wir fördern maximal 28.000 Euro für ein Familienhaus an Kosten.

00:30:12: Und dann wurde jetzt auch ein Stück weit der Druck erhöht, dass gesagt wird, diese Kosten, die werden jetzt pro Halbjahr immer geringer werden, die förderbar sind. Das heißt, die, die schnell sind, kriegen ein bisschen mehr Förderung. Also schnell sein lohnt sich.

00:30:30: Und auch in den Prozentanteilen, wie viel man dann von diesen geförderten Kosten bekommt, je schneller man ist, desto höher ist auch da der Prozentwert. Das heißt, man merkt, dass ein Stück weit diese Förderung, dass da die Daumenschraube angezogen wird.

00:30:46: Und ich gehe auch davon aus, dass wenn wir dann 27 haben, Ende 27, dass dieses Programm jetzt so angepasst wurde, dass das jetzt noch zum Übergang ein Stück weit laufen soll. Aber ich hatte schon mit ein paar Energieberatern gesprochen, die waren eigentlich der Meinung, dass das abgeschafft wird komplett.

00:31:07: Dass es dann auch in Richtung 28 dieses Programm dann gecuttet wird. Also das ist eigentlich die Vorbereitung dafür, dieses Programm halt zu cutten.

00:31:15: Sprich, wer jetzt in absehbarer Zeit vorhat, seine Heizung zu tauschen, der sollte sich sputen, solange es noch Fördermittel gibt in der Erwartungshaltung, dass die mindestens weiter eingegrenzt werden, wenn nicht sogar gekappt.

00:31:33: Was ja aber dann auch für das Thema „Jung kauft Alt“ ein Stück weit bedeutet, dass das vielleicht eine Kombination ist, auf die ich mich, also ich würde mich auf keinen Fall darauf stützen.

00:31:46: Genau. Also „Jung kauft Alt“ sagt ja, du musst die Heizung, ich sag mal austauschen, wenn die nicht zu 65 Prozent aus erneuerbaren Energien sich speist.

00:31:57: Und man sollte jetzt nicht auf diese zusätzliche Förderung angewiesen sein, wenn die halt von heute auf morgen wegfällt, muss man trotzdem die Heizung einbauen, um halt dieses Programm einzuhalten.

00:32:08: Ich sag ja dann auch wieder eher sputen, aber der Case darf nicht darauf aufgebaut sein, dass man die Förderung in der Höhe dann tatsächlich auch bekommt, sollte sich das noch ein bisschen nach hinten schieben.

00:32:18: Exakt, genau. Und da würden wir uns auch zu sehr ins Detail gehen, aber auch dieser Einkommensbonus, wenn man jetzt ein niedriges Einkommen hat, kriegt man höhere Förderung.

00:32:30: Also wird ein Prozentanteil mehr gefördert. Das sind jetzt so kleine Einkommen, die dort reinpassen, wo ich schon sagen muss, mit dem Einkommen kaufe ich mir auch keine neue Heizung.

00:32:42: Ja, da hat man es dann wieder an einer Stelle komplizierter gemacht, wo man es nicht hätte gebraucht. Aber ich glaube, das schlägt dann ja auch eher in das Argument rein, dass man davon ausgehen muss, dass die Förderung insgesamt eingestutzt wird.

00:32:59: Ja. Und dann die andere Förderung, das war ja das Energieeffiziente Sanieren, Programm Nummer 261, wo wir ja wirklich diese KfW-Standards einhalten müssen.

00:33:13: Da kurz zu den Änderungen. Zum einen werden halt die, es gab vorher eine Unterscheidung, ob ich jetzt eine Förderung habe, wo ich die Heizung mit ausgetauscht wird oder ich konnte auch ein KfW-Standard erreichen, ohne die Heizung auszutauschen.

00:33:29: Das wurde jetzt gekappt. Also man muss jetzt zwingend auch da das Heizungssystem anfassen, weil sonst kriegt man die Förderung nicht. Und dann wird das auf maximal, also auf diese 150.000 Euro gekappt.

00:33:41: Also es gibt nichts mehr darunter, sondern das gibt jetzt, also es wurde in Anführungsstrichen vereinfacht, aber zugunsten der Verschärfung. Also der einfachere Case wurde halt weggestrichen.

00:33:55: Und diese Förderung bestand halt aus einem zinsgünstigeren Zinssatz plus einem Tilgungszuschuss. Das heißt, ich muss von dem Darlehen, was ich bekomme von der KfW, weniger zurückzahlen.

00:34:06: Und diese Tilgungszuschüsse, die waren zu Anfang extrem cool gewesen. Da hat man echt was zurückbekommen. Auch die wurden runtergestutzt. Also da ist jetzt einfach wirklich, sind Sparmaßnahmen betrieben worden, weil man davon ausgeht, dass halt wie gesagt jetzt mehr saniert wird in den nächsten Jahren.

00:34:23: Wenn wir uns den Bestand in Deutschland angucken und dann hochgerechnet einfach die Mittel nicht da sind. Und da gehe ich davon aus, dass ein Stück weit deswegen einfach dort der Rotstift angesetzt wurde.

00:34:37: Ich muss auch dazu sagen, als dieses Programm in 2022 aufgelegt wurde neu, lag der Zinssatz noch bei 0,6, 0,7 %. Da war das wirklich eine Förderung, weil man extrem günstig diese KfW-Standards, die teuer genug sind, sanieren konnte und fördern lassen konnte.

00:34:58: Wir liegen ja mittlerweile bei einem Zinssatz dort von 2,8 %. Und das ist halt par excellence mein Beispiel damit, dass die KfW das so unattraktiv vom Zinssatz macht, dass es halt eigentlich dann nicht genutzt wird ein Stück weit.

00:35:12: Weil wenn wir jetzt bei Zinssätzen, auch wenn wir extrem hochgegangen sind, da nur ein Prozent dazwischen ist zwischen dem Bankzinssatz und der KfW-Förderung und die Tilgungszuschüsse sind zusammengestrichen worden, dann muss ich halt wirklich gucken, was kostet mich dieser KfW-Standard an Mehrkosten, was muss ich dann vielleicht machen, was ich sonst vielleicht auch noch ein paar Jahre lassen könnte?

00:35:35: Plus der ganze Admin und die Bürokratie, die damit verbunden sind.

00:35:39: Exakt. Auch die ganzen Nachweise, die ich liefern muss an die KfW. Also da komme ich sehr oft zu dem Schluss, dass ich dieses Programm eigentlich gar nicht nutze.

00:35:47: Ich meine, eine Gegenseite kann ja auch sein, dass man sagt, es wird jetzt in der Einzelförderung, KfW-seitig, müssen wir jetzt natürlich dann drauf beschränken, zusammengestutzt im Sinne eines Programms wie „Jung kauft Alt“.

00:36:05: Was dann gleichzeitig auch den Vorteil hat, dass man als junge Familie Vermögen aufbaut, was per se aus meiner persönlichen Sicht eigentlich sogar ein sehr gutes und wichtiges Förderinstrument ist und im Zweifel, ohne das despektierlich zu meinen,

00:36:27: aber besser als wenn dem ein oder anderen Rentner eine Energieeffizienzklasse im Bestand geschenkt wird und gefördert.

00:36:39: Ja, hier deswegen. Also ich bin auch eigentlich der größten Überzeugung. Die Programme sind alle so komplex und es ist echt schwierig, sich da durchzufinden als Laie.

00:36:50: Es wäre einfach so viel einfacher für eine Politik, die Grunderwerbsteuer beispielsweise anzupacken und zu sagen, hey, wir schenken die Grunderwerbsteuer.

00:37:00: Wurde doch erst gemacht.

00:37:02: Ja, in Hessen aber dann auch nur für Arme, weil das über zehn Jahre verteilt wird.

00:37:07: In die andere Richtung wurde sie doch angepackt.

00:37:11: Wenn man wirklich mal entlasten wollen würde und das spürbar, dann wäre das einer der ersten Punkte, die so einfach sind, dass man sagt, wir erlassen für den Erstkauf für Familien die Grunderwerbsteuer,

00:37:24: weil das würde dann wirklich spürbar helfen, weil das auch ein Riesenteil ist, den man als Eigenkapital ja vorhalten muss.

00:37:31: Und das könnte man sich dann sparen, um dann energetische Sanierung machen zu können.

00:37:37: Also lasst diese ganzen Programme bleiben und erlasst dafür die Grunderwerbsteuer. Da würde ich mich mehr freuen für die Familien.

00:37:45: Dem würde ich mich anschließen. Lass uns da jetzt aber einen Cut machen, einen recht harten.

00:37:50: Das ist ein Stoff für aus meiner Sicht auch eine zwingende weitere Podcast-Folge.

00:38:00: Aber das Thema KfW und Politik wollen wir heute nicht miteinander vermischen.

00:38:06: Hast du wie gewohnt noch Punkte zu dem Thema, die du gerne teilen möchtest?

00:38:14: Sind gut heute durchgekommen.

00:38:16: Also wie gewohnt gut durchgekommen.

00:38:20: Sehe ich auch so. Ich würde sagen, das war's. Wir haben wieder eine sehr heiße Woche bevorstehen.

00:38:29: Deswegen stay hydrated wieder als Tipp an alle da draußen. Ich hoffe, euch hat es gefallen.

00:38:36: Vielen Dank fürs Zuhören und heute wieder mit einer längeren Folge im Vergleich zu den letzten zwei Wochen.

00:38:45: Lasst gerne Kommentare, Anregungen da. Bis bald und macht's gut.

00:38:48: Und falls einer von euch am Sonntag in Frankfurt unterwegs ist, Marco und ich zwingen uns durch die Mitteldistanz von dem örtlichen Triathlon.

00:38:59: Es ist ja gut, dass der Podcast ohne Video ist und man uns gar nicht kennt.

00:39:06: Also für alle, die es interessiert, googelt uns, schaut euch das Video an.

00:39:11: Wir können jeglichen Support benötigen, insbesondere auf der Laufstrecke.

00:39:16: Oh ja. Also wie gesagt, für alle, die in Frankfurt sind und die Podcast-Folge gehört haben, könnt ihr uns dann ja auch da berichten, ob irgendjemand uns entdeckt hat.

00:39:27: KfW auf vier Beinen. Ich würde sagen, macht's gut. Alles Gute. Ciao, ciao.

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