Privatverkauf: Warum der Wegfall des Maklers den Käufer trifft

Shownotes

Key Insights

  • Die Arbeit verschwindet nicht: Beim Privatverkauf sparen beide Seiten die Courtage, aber Unterlagen, Verhandlung und Prozesssteuerung bleiben – und landen meist beim Käufer, weil der Hebel beim Verkäufer liegt.
  • Drei Problemfelder: Beschaffung und Aufbereitung der Objektunterlagen, eine durch Emotionalität belastete Kaufpreisverhandlung und der fehlende neutrale Prozess.
  • Unterlagen werden zur Käuferarbeit: Elisabeth erlebt regelmäßig, dass sie Ordner selbst digitalisiert, beim Bauamt recherchiert und Objektbilder organisiert – Aufgaben, die sonst ein Makler übernimmt.
  • Verkäufer ohne Plan, aber mit Forderungen: Private verlangen früh eine Bankbestätigung, lassen teils mehrere Familien parallel arbeiten ("der Schnellste macht es") und wissen oft selbst nicht, was der nächste Schritt ist.
  • Wert eines guten Maklers: Ein fester, für beide Seiten fairer Prozess – Besichtigung, Finanzierungsbestätigung als Weiche, gesammelte Kaufangebote, Auswahl, gesetzter Notartermin – nach dem keine nachträglichen Gebote mehr zugelassen werden.
  • Tempo zum Notar: Beim Privatverkauf gilt schlanker Finanzierungsprozess und so schnell wie möglich zum Notartermin, weil mit jedem Tag das Absprungrisiko steigt.
  • Die richtigen Fragen stellen: Käufer sollten selbst klären, warum privat verkauft wird und warum kein Makler involviert ist – manchmal will keiner mehr mit dem Verkäufer arbeiten.

Kapitel

  • 00:00 Intro & Die Lage
  • 02:06 Warum Privatverkauf ein relevantes Thema ist
  • 06:49 Die drei Problemfelder: Unterlagen, Verhandlung, Prozess
  • 10:05 Praxisbeispiel 1: Baufritz-Haus und nachträgliches Höhergebot
  • 13:06 Praxisbeispiel 2: Berliner Umgebung und gebrochenes Wort
  • 14:39 ASAP zum Notar – warum Tempo entscheidet
  • 15:33 Der Wert eines guten Maklers: ein fairer Prozess
  • 19:11 Praxisbeispiel 3: Verkäufer springt kurz vor Notartermin ab
  • 22:31 Die richtigen Fragen als Käufer stellen
  • 25:02 Maklercourtage nach Aufwand & das US-Modell
  • 31:16 Fazit: Aufgaben verschwinden nicht, sie verschieben sich

Disclaimer & Credits

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Credits

  • Host: Marco Beck
  • Expertin: Elisabeth Beck
  • Produktion/Schnitt: Bauffy GmbH
  • Website: https://bauffy.de
  • © 2026 bauffy – Deine Boutique für Baufinanzierung

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge beim bauffy Podcast. Mein Name ist Marco und heute

00:00:05: sprechen wir über den Privatverkauf und seine Auswirkungen auf die Finanzierung. Ganz konkret

00:00:12: hat Eli zwei Beispiele mitgebracht, die wir durchsprechen. Bevor wir das aber tun, erstmal

00:00:18: hallo Eli.

00:00:19: Hallo Marco.

00:00:21: Ja, lass uns doch wie gewohnt starten mit der Lage. Wenn wir auf den Swap gucken, der

00:00:29: ist leicht runtergegangen von knapp unter 3, sind wir jetzt bei 2,91, Stand heute

00:00:37: Montag 29.06. Wie schaut es denn an der Bankenfront aus und wie ordnest du die Situation ein?

00:00:46: Sehr gut. Ich würde mittlerweile von einem sinkenden Zinsmarkt sprechen. Faktoren wie

00:00:56: die scheinbare Lösung im Iran – hoffen wir.

00:00:59: Ja, am Wochenende ging es wieder in die andere Richtung.

00:01:03: Genau, solange das so bleibt, sind das natürlich gute Marker. Die Commerzbank hat gesenkt,

00:01:09: also für alle, die bei der Commerzbank eingereicht haben, sind im Schnitt auf die 10 Jahre knapp

00:01:14: acht Basispunkte, also 0,08 Prozent Verbesserung drin. Sprecht da am besten mit eurem Berater,

00:01:22: und sonst haben alle Sparkassen und Volksbanken eigentlich unisono gesenkt oder werden

00:01:29: noch senken. Die ING hält sich aktuell eher bedeckt, und deswegen gibt es aktuell gute

00:01:33: Chancen, nochmal nachzuverhandeln. Wir werden jetzt auch bei unseren Käufern und Käuferinnen

00:01:40: nochmal alles durchschauen, um zu gucken, dass wir den bestmöglichen Deal mitbekommen.

00:01:44: Sprich, der Aufruf: Wenn ihr kurz vor Abschluss seid, schaut euch die

00:01:49: Situation nochmal an, im Zweifel den Berater dahingehend anstupsen.

00:01:53: Ja, auch wenn er keinen Bock hat.

00:01:54: Auch wenn er keinen Bock hat, sehr gut. Dann würde ich sagen, auch hier heute kurz und

00:01:59: knapp Haken dran und lass uns in das Thema einsteigen. Ich weiß von dir, dass das ein

00:02:06: Herzensthema ist und immer mal wieder aufpoppt, deswegen sprechen wir heute darüber. Privatverkauf

00:02:12: kommt, glaube ich, mit der ein oder anderen Herausforderung im Finanzierungsprozess.

00:02:17: Warum ist das ein relevantes und besprechenswürdiges Thema?

00:02:28: Ja, also es ist einfach maximales Aggressionspotenzial meinerseits. Wirklich. Wenn ich mittlerweile

00:02:36: dieses Wort Privatverkauf höre, dann sehe ich bei meinem Gegenüber im Termin

00:02:43: so ein Lächeln: Geil, wir sparen uns die Maklerkosten. Und ich denke mir dann meistens,

00:02:52: es wird jetzt ein verdammt anstrengender, risikoreicher Prozess für alle Parteien und für mich

00:02:58: doppelt Arbeit. Wir hatten das ja schon mal angeschnitten in der Unterlagenfolge. Mein

00:03:02: Problem ist halt immer, irgendwer muss diese Objektunterlagen beschaffen. Und wenn ich Glück

00:03:07: habe – deswegen sprechen wir immer über gute Makler –, habe ich einen Makler im

00:03:12: Prozess, der mir diese Unterlagen beschafft und der mein Leben einfacher macht, der auch

00:03:17: den Prozess mit dem Notar ein Stück weit mit übernimmt, mit mir zusammen. Bei Privatverkäufen

00:03:22: sind das Laien, die keine Ahnung von Tuten und Blasen haben, die, wenn man Glück hat,

00:03:29: irgendwelche Blätter, am besten noch nicht digitalisiert, in einem Ordner haben,

00:03:35: die man sich dann selbstständig beschaffen kann und dann alles selber organisieren muss. Also,

00:03:40: man darf nie vergessen, und das ist glaube ich der erste große, fette Kritikpunkt:

00:03:48: Die Arbeit verschwindet nicht. Beide Seiten sparen sich das Geld, müssen das dann aber auch

00:03:55: selber machen. Und die meisten Verkäufer sind dann halt super faul, weil wenn die das Glück haben,

00:04:00: in einer Immobilie zu sitzen, die noch extrem gefragt ist, dann sagen die sich halt, ja, wenn

00:04:05: du das nicht mit dem, was ich dir zur Verfügung stelle, hinbekommst, dann kauft es halt der nächste.

00:04:11: Das ist der erste große Punkt, wo ich einfach sage, es ist super anstrengend, weil dann muss

00:04:16: man es halt selber machen. Und wenn man halt auch eine gewisse Immobilie in einem gewissen

00:04:20: Preissegment erwerben möchte, dann kriegt man das meistens nur hin, wenn man einen gut dotierten,

00:04:25: gut bezahlten Job hat, und dann hat man eher weniger die Zeit, sich darum zu kümmern.

00:04:31: Und für mich bedeutet das halt kostenfreies Arbeiten als Makler, weil ich dann natürlich

00:04:37: auch mit meinen Käufern und Käuferinnen zusammen die Unterlagenqualität herstelle,

00:04:43: vielleicht auch rausrecherchiere, wo ein Bauamt ist, und dann auch mit dem Bauamt in Kontakt trete.

00:04:49: Und wenn ich das bei allen machen würde, dann würde ich irgendwann

00:04:54: nichts mehr anderes machen. Das ist dann einfach, der Mehraufwand ist einfach nicht

00:05:02: Nimmst du in diesen Fällen wahr, dass die Käufer und Käuferinnen das auch wahrnehmen,

00:05:10: dass erheblicher Mehraufwand an Arbeit auf sie zukommt?

00:05:13: Ja, also ich merke das halt dann, die Freude ist ganz schnell weg, wenn auf einmal das

00:05:19: Pech da ist, dass die Unterlagenqualität nicht da ist, und dann kommt halt: Oh Gott,

00:05:23: wo kriegen wir denn die Unterlagen her? Und dann merkt man halt, dann muss man halt auch

00:05:29: Allein schon, ich habe schon so oft erlebt, dass du dann hinfahren musst und einfach diesen

00:05:34: Ordner digitalisieren musst, weil der Verkäufer das nicht macht. Und dann musst du in den

00:05:39: Abendstunden irgendwie hinfahren, vielleicht auch noch Bilder von der Immobilie machen,

00:05:43: dann kommt wieder der Streit, okay, was für Bilder kann ich machen, was kann ich nicht machen. Und

00:05:49: wenn du Anforderungen hast, die vielleicht auch berechtigt sind, wo ein Makler,

00:05:55: wenn der gut ist, ganz klar sagen würde, das ist absolut normal, hast du immer die psychologische

00:06:03: Herausforderung bei so einem Privaten, dass der dann sagt, nee, das machen wir nicht, warum brauchst du

00:06:10: das, so nach dem Motto. Und das ist halt, sag ich mal, der eine Punkt und dann natürlich auch die

00:06:15: extreme Emotionalität, wenn du dann halt deine eigene Immobilie im schlimmsten Fall

00:06:20: noch verkaufst, wo du selbst drin wohnst, und dann fangen Leute vielleicht auch an, mit

00:06:25: einem Gutachter durchzugehen, der sagt, das ist schlecht und hier und da und da,

00:06:31: das macht was mit dir. Und dann bist du halt auch nicht neutral in so einer Kaufpreisverhandlung. Und

00:06:36: das ist halt so ein Punkt, das ist halt super anstrengend. Und da wirken diese 3,57 Prozent im

00:06:44: Maximum schon ganz schön wenig für die Arbeit, die einem abgenommen wird.

00:06:49: Das sind dann auch die zwei Punkte. Also ich meine, der eine Block ist das Thema Unterlagen und

00:06:55: Unterlagenaufbereitung, das der Makler dann ein Stück weit übernimmt an der Front. Du hast das

00:07:00: schon angesprochen, da können wir auch jedem nochmal unsere Folge dazu ans Herz legen. Da ist auch eine

00:07:05: Checkliste verlinkt für die gängigsten Unterlagen. Und der zweite Punkt ist dann

00:07:10: wirklich das Thema Kaufpreisverhandlung, wo der Makler entsprechend steuert und über Erfahrung

00:07:16: Mehrwert liefert. Ja, ich würde das sogar nochmal erweitern, also den Prozess zu steuern. Also ich

00:07:22: merke das sehr, sehr oft, dass Verkäufer null wissen, was eigentlich der nächste

00:07:29: Schritt ist, und dann niemanden haben, der sie guidet. Und dann fordern, ich finde das immer so

00:07:36: witzig, die meisten privaten Verkäufer schon eine Bankbestätigung, also quasi

00:07:40: Darlehensverträge, wo ich dann sage, du, wenn du mir nicht mal sagen kannst, dass wir die Immobilie kaufen, dann kann ich dir auch keine

00:07:50: Bankbestätigung besorgen. Und das Krasseste ist, ich habe es

00:07:55: schon so oft bei Privatverkäufern erlebt, wo Verkäufer vier Familien gleichzeitig arbeiten lassen, und der

00:08:03: Schnellste macht es halt. Also das sind so Praktiken, das ist einfach Kraut und Rüben, und deswegen

00:08:10: habe ich auch viele, viele Käuferinnen und Käufer kennengelernt, die

00:08:15: aktiv nur nach Immobilien suchen, die ohne Makler sind. Fair enough, aber deswegen machen wir ja die

00:08:21: Folge heute. Das sind halt die Konsequenzen. Das ist dieser Trade-off, und der muss einem bewusst

00:08:27: sein. Das ist so ein schwelendes schwarzes Loch, das einem dann

00:08:34: erst später bewusst wird. Und wenn wir über den Prozess sprechen, ist es halt auch so, dass leider

00:08:40: mittlerweile in Deutschland diese hanseatische Handelskunst, dein Wort, halt nicht mehr zählt.

00:08:50: Weißt du, wie viele private Verkäufer ich erlebt habe, die meinen Käufern zugesagt haben, ich

00:08:58: verkaufe dir diese Immobilie, und dann ihr Wort gebrochen haben? Kommen wir glaube ich gleich zu,

00:09:04: in den Praxisbeispielen. Bevor wir da einsteigen, noch kurz zwei Punkte von mir, um das nochmal

00:09:12: zusammenzufassen, sind es in der Tat die drei Punkte, die eben im negativen Fall problematisch

00:09:19: werden. Das ist einmal das Thema Unterlagen, das zweite ist die Kaufpreisverhandlung und dann eben

00:09:25: darunterliegend oder darüber, je nachdem wie man es betrachtet, der Prozess, den ein guter Makler

00:09:30: eben übernimmt und der dann auch wirklich die Maklercourtage wert ist. Der zweite Punkt,

00:09:38: der mir jetzt während der Folge eigentlich erst eingefallen ist, ist natürlich auch was:

00:09:42: Vielleicht erreichen wir auch den ein oder anderen Privatverkäufer, der das gerne hier als Tipp mit raus

00:09:49: nimmt, weil man am Ende des Tages, wenn man die Punkte entsprechend bereitstellt, es

00:09:56: auch einfacher hat, mehrere Käufer an den Tisch zu bekommen. Lass uns aber in die Praxisbeispiele

00:10:05: einsteigen, die du mitgebracht hast. Schieß los. Das erste, das war glaube ich letztes Jahr

00:10:14: gewesen, ein Einfamilienhaus, wunderschön, von einem renommierten Fertighaushersteller, ich glaube

00:10:21: es war ein Baufritz-Haus, da haben sich alle die Hände geleckt, sage ich jetzt mal. Baufritz ist

00:10:27: ein Fertighaushersteller. Ja, aus Bayern, und da war wirklich extrem viel Konkurrenz um das

00:10:34: Objekt, und die Familie, die ich begleiten durfte, die hat dann den Zuschlag bekommen, und

00:10:41: dann gab es noch gewisse Diskussionspunkte. Da hatte sich sogar ein Makler involviert,

00:10:47: aber es war halt schwierig, mit diesen Verkäufern umzugehen, weil die eigentlich zwar einen Makler

00:10:54: bezahlt haben, aber doch keinen wollten, so nach dem Motto, also das war Kraut und Rüben. Und da

00:11:01: war es so, dass die sich auf einen Kaufpreis von 700.000 Euro geeinigt hatten und alles war fein,

00:11:09: wir sind in die Finanzierung eingestiegen, haben alles vorbereitet, und wirklich kurz vor knapp,

00:11:15: wir hatten schon die Darlehensverträge, war es dann so, dass die andere Partei oder wir,

00:11:22: ich glaube wir waren noch in der Beantragung der Darlehensverträge gewesen, aber schon

00:11:26: sehr, sehr weit fortgeschritten, dass eine Familie um die Ecke kam, die auf einmal 10.000 Euro mehr

00:11:32: geboten hat. Und dann hat das die Familie, die verkauft hat, dazu bewogen, ein Stück weit zu sagen,

00:11:43: okay, wir lassen uns das nochmal durch den Kopf gehen, und meine Familie, die hat ganz klar gesagt,

00:11:49: hey, wir haben jetzt einen Verhandlungsprozess hinter uns, die Tür ist zu, und ihr macht die

00:11:53: jetzt wieder auf, was soll der Scheiß? Und wenn wir uns halt auch einfach mal den Prozentsatz

00:11:59: angucken, was 10.000 Euro, ich mache gerade mal den Rechner auf, von 700.000 sind, dann sprechen wir

00:12:06: über 1,5 Prozent, weswegen da jetzt nochmal ein Rad aufgemacht wurde.

00:12:14: Das ist ja ökonomisch vielleicht sogar, wenn man mal die Gegenseite einnimmt,

00:12:19: in irgendeiner Form nachvollziehbar. Jetzt komme ich aus meiner Perspektive heraus,

00:12:26: ist ja die Frage, da startet dann ein komplett neuer Prozess. Sprich, das ist ja auch Zeit,

00:12:32: das ist ein Thema Ressourcen, Worst Case, funktioniert da was mit der Finanzierung nicht?

00:12:38: Das Schlimmste ist ja dann, also wenn alles gut geht, dann hast du deine 10.000 Euro mehr,

00:12:45: aber stell dir mal vor, diese Familie, die diese 10.000 Euro mehr auf den Tisch legt,

00:12:50: kriegt die Finanzierung nicht oder will doch nicht kaufen, dann stehst du wieder,

00:12:54: wie du es richtig sagst, vor dem Nichts da, und das ist halt einfach so schwierig.

00:13:00: Vor allem, wenn du dann wieder anklopfst bei der anderen, dann würde ich erstmal 50k weniger bieten.

00:13:06: Ja, das ist halt so diese Kaufpreis-Sache. Ich habe auch einen anderen Fall aus der Berliner

00:13:14: Umgebung gehabt, der geht in die gleiche Kerbe rein, das waren tatsächlich Privatverkäufer,

00:13:19: deswegen vielleicht sogar noch ein besseres Beispiel. Das ist immer das Gleiche, die gehen mit einem

00:13:25: Exposé-Preis raus, und dann wird daraus immer so ein verstecktes Bieterverfahren,

00:13:29: was jetzt auch rechtlich echt extrem heikel ist, aber dann ist, die hatten sich

00:13:34: geeinigt, ich glaube, das waren um die 620, 630 gewesen, und auf einmal hieß es dann nach Wochen,

00:13:42: wo sie miteinander schon eigentlich alles verhackstückt hatten, kamen die dann und

00:13:46: sagten, ja, da ist jetzt so eine Familie gekommen, die würden 20.000 mehr bieten, könnt ihr euch das

00:13:53: vorstellen, wir würden natürlich euch präferieren, weil wir sind ja jetzt schon in einem langen

00:13:57: Prozess drin. Und dann hieß es auch so, Leute, ihr habt uns euer Wort gegeben, dass wir uns auf

00:14:05: diesen Preis einigen. Und das ist so, wo ich einfach sage, das sind halt so typisch Privatverkäufer,

00:14:13: ein Makler würde das gar nicht zulassen, weil bei einem Makler herrscht ein ganz fester Prozess.

00:14:18: Das ist halt eine billige Verhandlungstaktik.

00:14:20: Ja, es ist halt einfach super risikoreich, ohne dass du es merkst, und es ist halt auch nicht

00:14:25: nachhaltig, also wenn du dann vielleicht auch in einem Ort bist, wo jeder jeden kennt, super

00:14:30: schwierig, und das ist halt auch deswegen aus der Käufersicht extrem, extrem schwierig. Ich sage

00:14:39: auch immer, wenn du einen Privatverkäufer hast, geh so schnell wie möglich zum Notar, wirklich

00:14:44: ASAP. Da musst du wirklich gefühlt, also wenn du die Bonität hast, wirklich so schnell wie

00:14:54: möglich den Notartermin setzen, dann mit der Bank alles vorbesprechen, wenn da keine Knackpunkte

00:14:59: sind, wirklich auch sehr, sehr schnell den Notartermin machen, weil jeden Tag, den du da

00:15:03: ins Land gehen lässt, ist halt das Risiko da, dass sich noch jemand in diesen Prozess

00:15:08: einmischt. Ich glaube, das ist dann auch ein Punkt für dein weiteres Beispiel, das du

00:15:14: mitgebracht hast. Bevor wir aber da reingehen, noch ein Punkt, wie sind denn die zwei Fälle

00:15:19: jetzt ausgegangen? Die Kunden sind halt hart geblieben, haben gesagt, wir bleiben bei dem

00:15:24: Thema, und dann haben die die Immobilie halt nicht bekommen. Also wurde dann

00:15:29: tatsächlich an den höher Bietenden verkauft. Ja, weil das Problem ist, ich verstehe das auch,

00:15:34: du lässt dich ja dann in ein Bieterverfahren reinpacken, und dann profitiert ja nur die

00:15:40: Verkäuferpartei davon, und für mich ist das auch wirklich eine rudimentäre Werte-Sache, dass ich

00:15:45: sage, wenn man sich geeinigt hat, wenn man sein Wort gegeben hat, dann sollte man halt dazu stehen.

00:15:51: Und das ist halt, wie gesagt, das wollte ich auch nochmal aufgreifen. Warum ist ein Makler so wertvoll?

00:15:56: Weil der hat einen Prozess, den er durchgeht, und der ist fair für beide. Und der Makler, das ist ja das

00:16:04: Faszinierende in Deutschland, der arbeitet ja nicht nur für die Verkäuferpartei, sondern ja auch für

00:16:10: die Käuferpartei, und das seit ein paar Jahren, weil die Maklercourtage ja aufgeteilt wird.

00:16:16: Früher war es ja so, dass der Makler eigentlich nur für die Käuferpartei gearbeitet hat. Also man muss

00:16:22: sich das eigentlich eher so vorstellen, dass wenn ein Makler involviert ist, dann hat man im

00:16:29: gegenüberliegenden Lager jemanden aus seinem eigenen Team bei sich drin. Also ich finde,

00:16:35: diese Sichtweise bringt so viel Mehrwert in das Maklertum rein, wenn es halt ein guter Makler ist.

00:16:42: Das bringt dir halt nichts, wenn du einen schlechten Makler in deinem Team hast, weil dann bist du

00:16:47: trotzdem auf der Verlierer-Seite. Aber der strukturiert den Prozess, es geht ganz los mit

00:16:53: Besichtigungen, dann werden Besichtigungen gemacht, ein oder zwei Besichtigungen, dann wird eine

00:16:58: Finanzierungsbestätigung, eine Weiche gefordert, dass die das mal vorbesprochen haben, beispielsweise

00:17:02: mit mir, um dann ein Kaufangebot abzugeben. Also so agiert ein guter Makler, und dieses

00:17:08: Kaufangebot, das ist nicht ein biete mal das oder biete mal jenes, sondern du gibst das ab,

00:17:14: was dir die Immobilie wert ist. Dann werden drei, vier, fünf Kaufangebote je nach Immobilie

00:17:19: gesammelt, und dann werden dem Verkäufer diese Kaufangebote präsentiert,

00:17:26: mit den dahinterliegenden Familien oder Personen, und dann gibt es vielleicht auch einen Verkäufer,

00:17:32: der sagt, okay, ich mag die Familie mehr, die vielleicht 10.000 weniger bietet, als den

00:17:37: Kapitalanleger, der das, sage ich mal, nur wirtschaftlich macht. Und dann hast du einen Prozess

00:17:42: ein Stück weit und kannst dann reingehen, dann wird einer gewählt, dem wird dann

00:17:51: zwei bis drei Wochen Zeit gegeben, die Finanzierung auf die Beine zu stellen, dann wird der Notartermin

00:17:56: gesetzt, und man hat seine Liste, mit der man den Familien sagt, hey, du bist es leider nicht geworden,

00:18:01: aber wenn du möchtest, dann können wir dich benachrichtigen, du stehst auf Platz zwei,

00:18:05: drei. Wenn das jetzt nichts wird, dann können wir ein Stück weit diesen Prozess dann mit einem

00:18:14: Plan B neu starten, aber dann haben wir in der Regel den Notartermin, und wenn sich dann

00:18:19: zwischendurch jemand meldet, dann wird, also da wird eine Angebotsabgabe oder

00:18:25: die Information an den Eigentümer gar nicht mehr zugelassen. Und das ist halt das Wertvolle an einem

00:18:31: Makler, dass dieser Prozess eingehalten wird und du nicht irgendwie drei Tage vor Notartermin

00:18:37: ein Stück weit auf einmal ohne irgendwas dastehst. Ja, also es ist vor allem der Fokus, es ist ein

00:18:45: fairer Prozess für beide, und gleichzeitig ist ja der Makler trotzdem natürlich auch interessiert

00:18:53: daran, einen möglichst fair hohen Verkaufspreis zu erzielen. Der funktioniert ja aber nur, wenn

00:19:04: beide Seiten quasi sich finden. Ja, und das ist halt so ein Punkt, das ist jetzt so das eine Beispiel,

00:19:11: und dann habe ich noch ein Beispiel mitgebracht, was, sage ich mal, passiert,

00:19:17: wenn so ein Verkäufer halt jeden Tag seine Meinung wechselt. Ich habe jetzt ganz aktuell

00:19:24: einen Fall, auch eine Familie mit einem kleinen Kind, die ihr Traumhaus gefunden hatten,

00:19:30: die haben sich mit dem Verkäufer geeinigt, und wir konnten das wirklich auch nur möglich machen,

00:19:34: indem wir die WIBank genutzt haben, und wir wissen ja alle, die hier zuhören, dass das ein

00:19:40: Prozess ist, der sich leider zieht, aktuell sowieso, und wir konnten sogar noch, das war eine

00:19:45: der letzten Anträge, die reingerutscht sind, diese 0,6 Prozent bekommen. Wir sind ja jetzt auf 1,6

00:19:51: hochgegangen. 15.06. war dann der Stichtag. Wir sind gerade so reingekommen, und das war dann alles

00:20:01: fein. Der Verkäufer hatte Verständnis, weil er gesagt hat, hey, ich will die Immobilie verkaufen, weil

00:20:06: ich mit meiner neuen Partnerin irgendwo in den Schwarzwald gehen will oder weiß der Geier wohin,

00:20:12: aber ich will mir auf jeden Fall was Neues kaufen und habe das Haus in Anführungsstrichen nicht

00:20:16: mehr gebraucht. Und der Notartermin sollte erst im Sommer stattfinden, die Übergabe wollten

00:20:22: wir dann nochmal besprechen. Es wurde ein Kaufvertragsentwurf gemacht, also sehr viel

00:20:28: Seriosität im Prozess, sodass ich auch entschieden habe, okay, wir können da eine Beantragung starten, und

00:20:34: wir haben jetzt sogar schon die Förderstelle überlebt. Das hat Wochen gedauert, und jetzt hat

00:20:40: mich diese Woche oder letzte Woche der Kunde informiert, dass der Verkäufer sich von

00:20:46: heute auf morgen entschieden hat, ich verkaufe meine Immobilie doch nicht, weil meine Partnerin jetzt

00:20:52: doch irgendwie hier vor Ort was Neues aufbauen möchte und wir das Haus jetzt doch brauchen. Nachdem

00:21:00: der Kaufvertragsentwurf gebildet war, die Familie schon gefühlt Möbel gekauft hatte für diesen

00:21:06: Kauf, der Mann sein Wort gegeben hatte, und ich finde, so eine Entscheidung, sein Haus zu verkaufen und

00:21:13: in diesen Prozess einzusteigen, die triffst du nicht leichtfertig. Und das ist auch der Punkt, wenn der

00:21:20: jetzt einen Makler involviert hätte und der Makler ihm diese Familie vermittelt hätte, dann wäre ja

00:21:28: trotzdem, sage ich mal, ein Anspruch entstanden, auch wenn der Notartermin nicht zustande

00:21:33: kommt. Was für ein Anspruch? Ja, das müssten wir nochmal rechtlich

00:21:40: einordnen, weil normalerweise entsteht die Maklercourtage erst ein Stück

00:21:45: weit mit dem Notartermin. Also der Makler hätte daraus auch, sage ich jetzt mal, einen Verlust

00:21:52: gemacht. Das Thema ist nur der Reputationsschaden, weil das Krasseste war,

00:21:59: der Verkäufer hat dann auch noch meinem Kunden erzählt, ja, schon letztes oder vor zwei

00:22:05: Jahren hatte er schon mal eine Familie gehabt, die kaufen wollte, wo er es verkaufen wollte, und

00:22:10: dann hat er es auch nicht verkauft. Also so Larifari. Wenn der mit einem Makler arbeiten würde, dann

00:22:17: würde sich das sofort herumsprechen, den würde keiner mit einer Greifzange anfassen, und

00:22:22: auch der Markt würde wissen, okay, das funktioniert nicht. Und einen Schritt zurückgedacht, weil wir

00:22:31: es ja nicht so negativ aufstellen wollen, ich glaube auch, dass wenn jemand mit einem Makler

00:22:36: in Kontakt tritt, um das zu besprechen, dann wird vielleicht auch für den Verkäufer sehr schnell

00:22:43: klar werden in diesem Gespräch, hey, ich will ja gar nicht verkaufen, oder ich überlege mir das

00:22:48: nochmal, bevor ich in eine Vermarktung gehe, dann passiert das erstmal gar nicht. Aber dadurch,

00:22:52: dass er es selber macht, gehen die so naiv rein und verstehen nicht, welche Konsequenzen die Entscheidung

00:23:04: bedeutet, mit seiner Immobilie in eine Vermarktung zu gehen, und wie viele Menschen, wie viele Stunden

00:23:09: da reininvestiert wurden, für nichts und wieder nichts. Das ist vielleicht auch nochmal ein ganz

00:23:13: interessanter Punkt. Also ich meine, am Ende des Tages soll es ja nur einen Denkanstoß liefern und jetzt

00:23:19: auch nicht pauschal bedeuten, dass Privatverkauf immer schlecht ist. So ist es ja nicht gedacht,

00:23:26: sondern eher aus der Erfahrung heraus zu teilen, welche Risiken damit einhergehen können, und ein

00:23:33: Punkt kann natürlich auch sein, dass derjenige privat verkauft, weil kein Makler mehr mit ihm

00:23:42: zusammenarbeiten möchte. Das sind ja Punkte, die man dann als Käufer, Käuferin auf jeden Fall

00:23:50: mal versuchen sollte abzuklopfen. Wieso wird denn privat verkauft? Das ist ja vielleicht auch

00:23:58: mal eine valide Frage, die man im Prozess stellen kann. Wieso ist denn kein Makler involviert? Und

00:24:03: eigentlich kriegt man das aus der Antwort, glaube ich, recht gut. Ja, und eigentlich muss die

00:24:08: Käuferpartei hingehen und das Gespräch, das ein Makler führen würde, führen. Okay, warum verkaufst

00:24:13: du? Hast du dir das gut überlegt? Ist dir das und das als Konsequenz bewusst? Ich glaube,

00:24:20: das ist ein extrem wichtiger Hinweis, quasi in solchen Fällen genau dieses Gespräch nicht

00:24:26: nur zu suchen, sondern zu führen, um zu verstehen, wie tickt mein Gegenüber, weil in dem Fall ist

00:24:35: niemand in der Mitte, der diesen Job übernimmt, und dann muss man ihn selbst übernehmen. Und beim

00:24:42: Selbst-Übernehmen ist dann halt die Frage, habe ich die Erfahrung, habe ich die Kapazitäten,

00:24:48: will ich mir den Schuh anziehen? Und ich glaube, da ist dann relativ schnell der monetäre Aspekt

00:24:55: des Maklers gar keiner mehr. Ja, und ich glaube, das ist so ein bisschen der Punkt, dass viele auch

00:25:02: zu Recht, weil es gab auch in der Niedrigzinsphase extrem viele Makler, die extrem schlecht unterwegs

00:25:09: waren, viele davon kennengelernt, die einfach nur irgendwelche Unterlagen blind weitergeleitet

00:25:15: haben, und irgendein blindes Huhn findet dann irgendwo ein Korn, dass der Eindruck entstanden ist, okay,

00:25:21: Makler kriegen für verdammt wenig Arbeit verdammt viel Geld, und das ist halt leider zulasten von den

00:25:27: wirklich guten Maklern, von denen ich auch wirklich einige habe, mit denen ich auch gerne

00:25:34: zusammenarbeite, die wirklich auch extrem viel abfedern, die Psychologen sind, die Vermittler sind,

00:25:40: die so viele Hüte aufhaben, wo dann wirklich auch jeder Prozess super schön ist, alles smooth geht

00:25:47: und es einfach auch Spaß macht auf allen Seiten. Und wenn man das, glaube ich, mal so im Hinterkopf

00:25:52: hat, wenn man das nächste Mal auf so eine Maklercourtage blickt, dann ist es relativ schnell zu sehen,

00:25:58: okay, ist das jetzt ein Makler, der gut arbeitet, oder der nicht gut arbeitet, und ich glaube, danach würde

00:26:02: ich eher entscheiden. Und vielleicht auch für alle Makler, die hier zuhören, es wäre auch mal eine Idee

00:26:09: zu sagen, weil es ist auch immer faszinierend, finde ich, da wird ja gefühlt immer der Höchstsatz

00:26:17: bei der Maklercourtage genommen. Das weiß man ja gar nicht, aber der Makler kann ja auch einen

00:26:21: niedrigeren Satz nehmen. Und ich als Makler würde hingehen und sagen, lieber Verkäufer, wenn du halt

00:26:28: das komplette Rundum-sorglos-Paket haben möchtest, dann gehen wir auf den Höchstsatz für beide,

00:26:34: weil dann muss ich, sage ich mal, die Unterlagen aufbereiten etc. pp., aber wenn du dann vielleicht

00:26:40: auch mal einen Verkäufer hast, der extrem gut vorbereitet ist, der schon vieles digitalisiert hat

00:26:45: oder alles super an der Hand hat, da auch mal zu entscheiden, hey, ich honoriere das, ich habe

00:26:51: weniger Arbeit damit und gehe vielleicht von meiner Maklercourtage runter, sodass halt auch dieser

00:26:56: Effekt irgendwo weitergegeben werden kann. Ja, finde ich einen sehr spannenden Gedanken. Ich meine,

00:27:00: du sitzt da ja in einem ähnlichen Boot, das ist ein provisionsbasiertes Geschäftsmodell. Letztendlich

00:27:09: würde ich vermuten, ähnliche Herausforderungen, die du auch hast, deine Serviceleistung in Produkte

00:27:16: zu packen und das Full-Service-Paket sozusagen dann mit einer höheren Provision zu versehen. Ich

00:27:26: glaube, es würde für alle Parteien tatsächlich extrem Sinn machen und vor allem auch davor

00:27:33: schützen, entsprechende Leistungen und Gegenleistungen zu bekommen. Das Problem ist natürlich so ein Stück weit die Mentalität des Auf-

00:27:45: traggebers, der halt immer Full-Service haben will für minimalen Preis. Ja, es ist ein sehr

00:27:54: spannender Gedanke. Ich glaube, er kann als interessanter Gedankenimpuls dienen. Ja, ich glaube,

00:28:00: je länger ich tatsächlich darüber nachdenke, fände ich das auch extrem cool, wenn wir das

00:28:04: amerikanische Modell einführen würden, dass wir halt auch Makler sowohl auf der Verkäufer- als auch

00:28:12: auf der Käuferpartei haben. Weil meistens, wie läuft das? Du hast ja als Verkäufer, suchst du dir für

00:28:19: deine Immobilie, wenn du die verkaufen möchtest, einen Makler, der dann gleichzeitig auch, wenn er,

00:28:26: sage ich jetzt mal, also ich mache dir ein Beispiel, wir haben vielleicht auch ein Team von fünf Maklern

00:28:31: und einer davon hat die Immobilie eingekauft. Der ist dann Ansprechpartner für die Verkäufer und

00:28:36: kriegt die Courtage von den Verkäufern. Und dann, aus dem Team von diesen fünf Maklern, die suchen dann

00:28:43: Kunden über alle verschiedenen, sage ich jetzt mal, Plattformen, und dann findet sich vielleicht der,

00:28:50: der auch die Verkäuferseite begleitet, begleitet dann auch die Käuferseite. Das heißt, du hast dann,

00:28:55: sage ich mal, zwei Seiten ein Stück weit. Und dieser eine Makler-Verbund

00:29:05: hat aber trotzdem immer Käufer- und Verkäuferseite. Und es ist nicht üblich in Deutschland, dass du dir als

00:29:11: Käufer deinen eigenen Makler suchst, der dann für dich, sage ich mal, auf die Jagd geht und dann seine

00:29:17: Courtage bekommt. Und ich fände das, glaube ich, extrem positiv, weil dann würde nämlich auch die

00:29:26: Verkäuferseite einen gewissen Qualitätsstandard haben und dann die Käuferseite. Weil es ist leider

00:29:32: oft so, viele Verkäufer, die gehen halt nur nach dem Preis. Wir sind immer noch in den Bergen,

00:29:38: falls ihr das gehört habt, das war jetzt ein Donner, das Gewitter kommt endlich. Erlösung für uns.

00:29:45: Genau, also die Verkäuferseite hat ja ein ganz anderes Ziel. Die wollen so wenig wie möglich zahlen,

00:29:53: so wenig wie möglich auch machen ein Stück weit. Und die Käuferseite hat ja einen ganz

00:29:57: anderen Anspruch. Und das finde ich halt immer sehr, sehr schwierig unterzubekommen,

00:30:03: wenn das halt ein und dieselbe Unternehmung macht, ein und dieselbe Person in dem Falle. Für gute

00:30:09: Makler kann das gut gehen, weil die können beides. Nur dann hat man halt, sage ich mal,

00:30:15: die schwarzen Schafe haben es da sehr, sehr einfach ein Stück weit. Ja, verstehe. Und du hast halt

00:30:20: quasi eine Person, die wirklich deine Interessen vertritt. Ja. Und du kannst ja dann auch sicher

00:30:27: sein, dass sie deine Interessen vertritt, weil das ist der ökonomische Anreiz, der dann gesetzt

00:30:31: wird. Das Einzige, wo ich eine Klammer drum machen würde, ist das amerikanische Modell ohne Selling

00:30:40: Sunset. Oh Gott, ja, ja. Aber sorry. Das ist Entertainment, das wissen wir alle.

00:30:48: Aber das kam jetzt nur als erstes Bild im Kopf. Nee, also ich meinte schon, bei beiden Geschlechtern.

00:31:00: Ja, auch da auf beiden Seiten. Anyways. Gut, jetzt fängt es hier wirklich an zu regnen. Der Wetterbericht hat eigentlich 20 Uhr gesagt. Richtig. Wie schaut es bei

00:31:16: dir aus? Hast du da noch Punkte zu? Ich meine, wir hatten jetzt im Prinzip, was der Makler auf jeden Fall

00:31:22: übernimmt, was im Privatverkauf auch gemanagt werden muss. Ich glaube, das ist die Kernbotschaft. Diese

00:31:32: Aufgaben gehen nicht weg. Sie werden nur verteilt, und das ist dann die Aufgabe des Käufers in der

00:31:39: Regel. Weil der Hebel meistens beim Verkäufer liegt. Genau. Und das umfasst eben das Thema

00:31:44: Unterlagenmanagement. Die Kaufpreisverhandlung kann deutlich emotionaler und irrationaler sein.

00:31:51: Dementsprechend steigt halt auch das Risiko im Kaufprozess, und eben die Steuerung des Prozesses als

00:31:59: Ganzes. Das sind die drei Punkte, die ich für mich mitgenommen habe, und dass man eben als Käufer, Käuferin,

00:32:08: wenn man in die Situation kommt, bei einem Privatverkäufer zu kaufen, was ja nach wie vor auch ein

00:32:14: valider Punkt ist, und wenn es die Immobilie ist, kommt man im Zweifel auch nicht drum herum, das so zu tun,

00:32:20: dass man eben genau diese Punkte einmal abklopft, die ansonsten der Makler abklopfen würde, und wirklich

00:32:27: den Verkäufer ein Stück weit challengt, wieso kein Makler involviert ist, was sind die Beweggründe, etc.

00:32:35: Einfach um zu verstehen, in welchen Prozess man sich begibt.

00:32:40: Ja, und man muss sich halt im Klaren sein, das Risiko steigt exorbitant, dass man die Immobilie halt nicht

00:32:47: bekommt, weil einfach bei Privatverkäufern diese Entscheidungen, heute hü, morgen hott, extrem oft vorkommen.

00:32:57: Und deswegen muss man wirklich auch einen leanen Prozess in der Finanzierung anstreben, so schnell wie möglich

00:33:02: zum Notar kommen, weil einfach mit jedem Tag, und ich sage es nochmal, das Risiko extrem steigt, dass der Verkäufer sich

00:33:11: entweder entscheidet, die Immobilie doch nicht zu verkaufen oder an jemand anderen.

00:33:16: Ich würde sagen, da machen wir einen Punkt dran.

00:33:18: Cool.

00:33:20: Und ja, ich hoffe, euch hat es gefallen, ihr habt auch die heiße Woche alle überlebt und kriegt jetzt ein bisschen Abkühlung.

00:33:30: Wir sind nächste Woche, wie gewohnt, wieder da.

00:33:34: Danke fürs Zuhören.

00:33:35: Bis bald und macht's gut.

00:33:36: Ciao, ciao.

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