Baufinanzierung flexibel gestalten: Teuer erkauft oder lohnt es sich?
Shownotes
In dieser Folge geht es um eine zentrale Frage der Finanzierungsstruktur: Macht Flexibilität einen echten Unterschied – oder wird sie teuer erkauft? Marco und Eli erklären die einzelnen Bausteine, ihre Kosten und übertragen alles auf konkrete Lebenssituationen.
Themen der Folge:
- Marktlage: Die zuvor angehobenen Bauzinsen wurden bei nahezu allen Banken wieder zurückgenommen – Konditionscheck lohnt sich.
- Bereitstellungszinsfreie Zeit (BZF): Wie lange das Geld kostenfrei „auf dich wartet", was der Aufschlag kostet und wie du ihn gegen die Bereitstellungszinsen rechnest. Besonders relevant bei Neubau und Sanierung.
- Auszahlung nach Baufortschritt vs. Zahlung bei Fertigstellung: Risiko, Bauzeitzinsen und die Rolle des Eigenkapitalpuffers.
- Nachfinanzierungspuffer: Warum nachträgliche Finanzierungen teuer sind und in die Hauptfinanzierung gehören.
- Sondertilgung: Wie sie wirkt, warum 5 % meist kostenfrei sind und weshalb man sie als Nice-to-have behandeln sollte.
- Tilgungssatzwechsel: Wann er eine Sondertilgung ersetzen kann – und warum beides zugleich oft zu teuer ist.
- Ratenpause / Tilgungsaussetzung: Das Last-Resort-Mittel der Bank.
- Zinsbindung & Sonderkündigungsrecht (§ 489 BGB): Planungssicherheit gegen Mehrkosten – und das oft unterschätzte Kündigungsrecht nach zehn Jahren, das auch für Teilbeträge gilt.
- Mehrere Darlehensbausteine: Wann sich Struktur lohnt und ab wann es zu komplex wird.
Transfer auf sechs Lebensereignisse:
Elternzeit · Selbstständigkeit · Trennung & Scheidung · Verkauf · Erbschaft & Schenkung · Krankheit und die Raten-Untergrenze.
Alle Learnings, Begriffserklärungen und FAQ findest du wie gewohnt auf bauffy.de.
Hinweis:
Die in der Folge genannten Zahlenwerte (z. B. Zinsaufschläge, Bereitstellungszinsen, Anschlusszinsniveau) sind Orientierungswerte und können sich je nach Bank, Zeitpunkt und Einzelfall ändern. Diese Folge ersetzt keine individuelle Finanzierungsberatung.
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge beim bauffy Podcast.
00:00:04: Mein Name ist Marco und heute sprechen wir über einen entscheidenden Punkt, nämlich die Finanzierungsstruktur, ganz konkret die Flexibilität in der Finanzierung.
00:00:16: Und zwar wollen wir herausfinden, ob das einen echten Unterschied macht oder vielleicht auch teuer erkauft wird.
00:00:24: Bevor wir das aber machen, gehen wir erstmal wie gewohnt in die Lage.
00:00:30: Und zwar fange ich wieder an mit dem Swap. Da habe ich leichtes Spiel diese Woche seitwärts.
00:00:38: Ich würde sogar behaupten, nahezu unverändert. Jetzt hier am Wochenende im Vergleich zu Anfang der Woche in der letzten Folge.
00:00:46: Dementsprechend die Frage an dich, Eli. Wie schaut es an der Bankenfront diese Woche aus?
00:00:54: Genau wie wir es angekündigt haben. Alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist, hat die Zinsen gesenkt.
00:01:00: Die großen angefangen Commerzbank deutlich. Also die Zinsanhebung um 0,22 ist einmal zurückgenommen worden.
00:01:08: Die ING gemäßig da, die ist ja 0,12 hochgegangen, jetzt 0,07 runter.
00:01:14: Aber man kann eigentlich durch die Bank weg feststellen, dass die Zinsentwicklung, die nach oben hin angepasst wurde, genauso schnell wieder zurückgenommen wurde.
00:01:22: Das heißt für alle Käufer, Käuferinnen, die den Zinssatz gesichert haben, nochmal ein kurzer Check, ob der Zinssatz auch das Beste ist, was es am Markt gibt.
00:01:31: Und alle, die es verpasst haben, den Zinssatz zu sichern. Ganz klar die gute Nachricht, dass jetzt diese Zinsentwicklung nach oben einmal zurückgenommen wurde.
00:01:41: Ja, auf jeden Fall Glück gehabt. Wenn ich es richtig verstehe, sind wir dann jetzt circa auf dem Niveau wie vor, wenn ich jetzt richtig rechne, drei Wochen.
00:01:49: Ja.
00:01:50: Alright, sonst noch irgendwas, was man dann die Hand geben kann in der aktuellen Phase. Aber eigentlich hattest du das gerade schon sehr gut zusammengefasst.
00:01:59: Genau.
00:02:00: Alright, dann Haken dran, sehr kurz. Good News diese Woche. Dann würde ich vorschlagen, lass uns in die Folge und ins Thema rein starten.
00:02:13: Flexibilität in der Finanzierung. Vielleicht ganz kurz zum Ablauf für euch, Hörerinnen.
00:02:23: Erstmal vielen Dank, dass ihr auch heute wieder eingeschaltet habt. Und zwar haben wir die Folge wie folgt strukturiert.
00:02:29: Wir würden erst mal kurz erklären, welche Bestandteile gibt es überhaupt unter dem Stichpunkt Flexibilität.
00:02:36: Wir haben das aufgegliedert in Flexibilität während des Kaufs, Bau oder Sanierung, dann in Flexibilität beim Zurückzahlen und zuletzt Flexibilität durch Struktur.
00:02:47: Und würden das dann auf sechs gängige Lebensereignisse ummünzen, sprich der Erfolg dann der Transfer.
00:02:54: Am Ende der Folge für alle, die nicht so viel Zeit habt, könnt ihr auch gerne über die Kapitel vorspulen.
00:03:02: So genug der Rede, Eli. Flexibilität während des Kaufs, Baus oder Sanierung.
00:03:11: Haben wir den ersten Punkt, die bereitstellungszinsfreie Zeit, über die wir sprechen wollen.
00:03:16: Genau. Die bereitstellungszinsfreie Zeit bedeutet die Zeit nach Abschluss des Darlehensvertrages, wie lange das Geld kostenfrei auf mich als Käuferkäuferin wartet.
00:03:29: Ja.
00:03:30: Es ist so, dass ich in der Regel, wenn ich gekauft habe, ja diese Sicherheit brauche, okay, ich kriege eine Finanzierung.
00:03:40: Es kann aber durchaus sein, dass ich erst in 3, 6, 12, 24 Monaten auch das Geld wirklich einsetzen kann.
00:03:49: Bei einem Kauf ist es so, dass ich in der Regel relativ schnell das Geld brauche.
00:03:53: 3 bis 6 Monate reichen da durchaus aus als bereitstellungszinsfreie Zeit, weil der Kaufvertrag, nachdem er geschlossen ist, die Fälligkeit, wenn jetzt nichts anderes vereinbart wurde, in ca. 6 bis 8 Wochen kommt.
00:04:06: Und dann die Zahlung auch innerhalb von 2 Wochen stattfindet und dann brauche ich nicht mehr bereitstellungszinsfreie Zeit.
00:04:13: BZF können wir es abkürzen.
00:04:15: Wenn ich jetzt natürlich einen Bau habe, der nach Baufortschritt gezahlt wird und so ein Bau dauert in der Regel 9 bis 12 Monate, dann habe ich auf jeden Fall ein Thema,
00:04:28: dass ich schauen sollte, dass ich die BZF möglichst dann auf 12 Monate plane, vielleicht sogar 18, um mir einen Puffer zu bauen,
00:04:36: weil die Bauzeit bei den meisten Bauvorhaben erst losgeht, wenn die Baugenehmigung auch da ist. Und die liegt nicht immer zum Abschluss des Darlehensvertrages vor.
00:04:45: Deswegen sollte man da auf jeden Fall schauen, dass man sich auf jeden Fall die 12 bis 18 Monate anschaut.
00:04:51: Was ich aber immer mache, ist, weil diese Flexibilität auch Geld kostet, also einen gewissen Zinsaufschlag, immer unterschiedlich bei den Banken, je nachdem.
00:05:01: Trotzdem, in welcher Größenordnung sprechen wir hier?
00:05:05: Also in der Regel sind das von 6 auf 12 Monate so 0,05 bis 0,1 und von 12 auf 18 Monate haben wir in der Regel auch so 0,05 bis 0,1. Also es ist schon, sage ich mal, ein spürbarer Unterschied.
00:05:24: Wichtig, Orientierungswerte muss im Einzelfall geprüft werden.
00:05:28: Bei jeder Bank anders, es ändert sich auch bei den Banken, je nachdem, wie auch die Zinsentwicklung ist.
00:05:33: Das ist ja, sage ich mal, einfach nichts anderes als, wir gehen ja in die Zukunft.
00:05:40: Und deswegen müssen wir einfach schauen, dass wir diese Bereitstellung zinsfreie Zeit vergleichen. Wie mache ich das?
00:05:50: Ich schaue mir dann immer an, wenn ich jetzt beispielsweise von 12 auf 18 Monate gehe, was würden mich dieser Zinsaufschlag über die nächsten 10 Jahre kosten?
00:06:02: Weil das ist in der Regel, wenn ich eine 10-jährige Zinsbildung habe, das, was ich an Mehrkosten planen muss.
00:06:08: Das heißt, ich kaufe mir für diesen Aufschlag die Sicherheit ein, dass ich die 6 Monate länger kostenfrei das Geld auf mich wartet habe.
00:06:17: Und dann rechne ich, was habe ich denn jetzt aktuell für ein Bauvorhaben, wann fängt das an?
00:06:24: Haben wir mit einem Puffer eingebaut, was ist denn noch offen, noch nicht ausgezahlt in diesen 6 Monaten?
00:06:31: Und rechne das gegen. Ich mache da, wenn es mein Beispiel ist, beim Bau in den ersten 6 Monaten fällt relativ schnell viel an.
00:06:41: Rohbauarbeiten, Bodenarbeiten, da würde ich schon sagen, sind immer Minimum 40-50% schon ausgezahlt.
00:06:47: Deswegen rechne ich in der Regel dann mit dem hälftigen Darlehensbetrag. Auch je natürlich, wie wir auch das Eigenkapital eingesetzt haben.
00:06:56: Und schaue dann, wenn wir jetzt für ein halbes Jahr Bereitstellungszinsen darauf zahlen würden.
00:07:00: Für dann die Hälfte, ca. in dem Szenario?
00:07:04: Und diese Bereitstellungszinsen sind in der Regel 0,25% pro Monat, was in etwa 3% pro Jahr entspricht.
00:07:20: Rechne ich das gegen und dann vergleiche ich einfach, ab welchem Moment, ab wie vielen Monaten Bereitstellungszinsen wirklich zahlen.
00:07:29: Und dann habe ich irgendwo einen Break-Even mit den Zusatzkosten aus dem Darlehen.
00:07:35: Und dann lege ich da einfach den Zahlungsplan daneben und sage, okay, haben wir jetzt eine Wahrscheinlichkeit, dass vielleicht Bereitstellungszinsen anfallen haben?
00:07:44: Eigentlich sieht unser Bauplan vor, dass wir eigentlich in den nächsten 12 Monaten fertig sind.
00:07:49: Dann würde ich eher zu der Wahrscheinlichkeit, die in Bereitstellungszinsen zu zahlen.
00:07:54: Sprich, wenn ich mich jetzt in die Position des Käufers reinversetze, ist da der Praxistipp auf jeden Fall die Frage, stellen wir ab,
00:08:04: wie viele Monaten bin ich sozusagen teurer über die – wie hat das so abgekürzt? – BZF im Vergleich zu den Kosten, die ich ansonsten über die 10 Jahre im Darlehen hätte.
00:08:23: Und die Antwort, die dir der Berater dann geben kann, die hilft dir dann in der Risikoabwägung, halte ich das jetzt für realistisch, unrealistisch, je nachdem, welche Gewerke ich am Werk habe.
00:08:36: Genau. Und wenn ich jetzt beispielsweise in einem Bauprojekt von, ich sage mal, 20 Reihenhäusern, ganz am Anfang des Projektes, gerade wenn die Baugenehmigung vielleicht kurz davor ist, genehmigt zu werden,
00:08:51: mir das Haus dort sicher und die Bauzeit mit zwei Jahren angesetzt ist, dann ist es ein Selbstmordkommando, da mit zwölf Monaten breitstellungszinsfreie Zeit reinzugehen,
00:09:02: weil dann ja schon sicher ist, dass ich in die Bereitstellungszinsen laufen werde. Und das ist ja dann auch die Doppelbelastung, die ich habe, die –
00:09:12: Du musst dir vorstellen, bei einem Bau zahle ich ja auf das, was schon ausgezahlt ist, den Zinssatz plus irgendwann den Bereitstellungszinssatz.
00:09:20: Also da würde ich jedes Mal dann eher in Richtung der 18 bis 24 Monate votieren, wenn ich eigentlich schon fast sicher sagen kann, dass ich in die Bereitstellungszinsen laufen werde,
00:09:30: weil dann habe ich einfach auch, sage ich mal, den Stress nicht.
00:09:33: Weil die kommen ja on top, also Strafzins.
00:09:36: Und deswegen, was ich auch gerne mache, ist dann als wirklich i-Tüpfelchen, dass man auch sagen kann, man teilt das Darlehen auf.
00:09:46: Das heißt, ich mache einen Darlehen mit beispielsweise zwölf Monaten breitstellungszinsfreie Zeit und einen Darlehen mit 18 oder 24.
00:09:54: Und so habe ich, sage ich mal, sehr sicher, das, was nach Zahlungsplan in den ersten zwölf Monaten ausgezahlt ist, braucht dann auch nur die zwölf Monate.
00:10:03: Und den Rest erkaufe ich mir halt die Flexibilität, zahle aber auch nur auf das, was ich an Flexibilität brauche, den Mehrzinssatz.
00:10:10: Also auch das können Möglichkeiten sein, die Finanzierungsstruktur noch individueller und flexibler zu gestalten.
00:10:19: Okay. Gibt es bei Sanierungen an dem Punkt, was zu beachten oder was anders ist als bei einem Kauf oder Neubau?
00:10:27: Na ja, eine Sanierung würde ich eigentlich sehr ähnlich zu einem Neubau sehen, weil ich ja auch da eine Tranche habe, die relativ schnell fällig wird.
00:10:36: Das ist der Kaufpreis und dann ein gewisser Teil auf die Sanierung entfällt.
00:10:41: Und ich muss halt immer den wichtigsten Grundsatz beachten.
00:10:46: Bei den Banken ist es ja so, dass ich Eigenkapital vor Fremdkapital einsetze.
00:10:50: Das heißt, ich werde meistens meine Eigenkapital für den Kaufpreis aufbrauchen müssen, damit die Bank ein Stück weit die Hand auf den Sanierungsmaßnahmen hat.
00:11:00: Und da muss ich einfach auch noch wichtiger schauen, dass diese Darlehensaufteilung Sinn macht, um einfach genug Flexibilität dann auch in einem Sanierungsdarlehens zu haben.
00:11:10: Alright. Würdest du mitgehen zu sagen, BZF ist besonders relevant für Neubau?
00:11:19: Ja, Neubau und Sanierung.
00:11:21: Ja, alright. Gut, dann haben wir jetzt hier, du hattest teilweise schon angesprochen, die Auszahlung nach Baufortschritt als zweiten Punkt.
00:11:30: Da muss ich einfach unterscheiden, wenn ich im Neubau bin, habe ich und teilweise auch in der Sanierung, habe ich bei einem Neubau zwei Möglichkeiten, wie der Bauträger Geld von mir bekommt.
00:11:42: Entweder, das ist die Zahlung nach Baufortschritt, meistens nach Makler- und Bauträgerverordnung in sieben Auszahlungen.
00:11:50: Die sind festgelegt, auch gesetzlich 30 Prozent oder 25 Prozent nach Erdarbeiten, also nach dem ersten Spatenstrich.
00:12:01: Dann kommt der Rohbau, dann kommt der Innenausbau. Und das ist natürlich ein Punkt, wo ich das Risiko für mich als Käufer, Käuferin minimiere.
00:12:10: Weil ich dem Bauträger immer nur so viel Geld gebe, wie das nächste Gewerk kostet. Und wenn dann irgendwas passieren sollte, habe ich das Geld doch bei mir auf dem Konto oder respektive die Bank, dass ich halt nicht dem Bauträger alles gegeben habe, dass alles verloren wäre.
00:12:26: Der Nachteil ist, dass ich eine gewisse Bauzeitzinsen betrachten muss. Wir hatten eben gesagt, auf das, was ausgezahlt ist, fallen Zinsen an monatlich.
00:12:36: Das heißt, neben meistens noch meiner Miete habe ich dann in diesen 12 bis 24 Monaten eine Doppelbelastung, die immer höher wird.
00:12:46: Weil natürlich auch, wenn das DAA-Linie mehr ausgezahlt ist, desto höher wird auch dieser Zinsanteil. Und das muss ich einfach ein Stück weit dann in der Finanzierungsstruktur beachten.
00:12:55: Wenn ich nach Baufortschritt zahle, dass ich halt schaue, wie schlimm kann diese Doppelbelastung werden?
00:13:02: Da wird es halt drei unangenehme Monate geben, dass ich gerade noch in meiner Mietwohnung bin, aber noch nicht in das Haus ziehen kann oder Wohnung.
00:13:11: Und da muss man einfach einen Eigenkapitalpuffer ein Stück weit dafür vorbereiten, dass diese Zeit auch adäquat überbrückt werden kann.
00:13:18: Sprich, das Mittel ist dann der Eigenkapitalpuffer?
00:13:22: Ja.
00:13:24: Gut. Dann noch ein Punkt zu?
00:13:27: Das Gegenteil wäre halt, wo ich eigentlich auch ein sehr großer Fan von bin, dass du erst den Kaufpreis komplett zahlen musst, wenn das Ding fertiggestellt ist.
00:13:36: Das hat den extremen Vorteil, dass ich diese Bauzeitzinsen nicht habe und der Bauträger, sage ich jetzt mal, auch erst komplett fertiggestellt haben muss, um dann auch zu übergeben.
00:13:47: Das hat natürlich beim Bauträger den Vorteil, dass er nicht so viele Gutachter von verschiedenen Käufer und Käuferinnen auf der Baustelle rumspringen hat.
00:13:57: Das ist natürlich aber auch nur möglich, wenn man dann auch wirklich genug Liquidität hat, um das dann auch zu machen.
00:14:04: Ja. Alright, dann würde ich sagen, gehen wir in den dritten und in dem Block letzten Punkt, und zwar den Nachfinanzierungspuffer.
00:14:13: Genau. Sollte man im besten Falle schon in der Hauptfinanzierung geplant haben, deswegen bin ich auch sehr darauf bedacht, bei Bauvorhaben immer genug Kosten zu planen.
00:14:24: Und sehr allergisch dagegen gegen Hausbauer, die, sage ich mal, die Kosten eher runterrechnen, um den Vertrag zu bekommen.
00:14:30: Deswegen ist Nachfinanzierung eine meiner unliebsamsten Wörter, weil es einfach extrem teuer ist.
00:14:36: Wenn man dann nach einem Bauvorhaben auf einmal irgendwie 30, 40, 50.000 Euro braucht, dann kriegt man die meistens entweder nur über einen Privatkredit oder eine Bank, die dann Zinsen von 4 bis 5 Prozent verlangt.
00:14:48: Sprich, das ist teurer.
00:14:49: Das ist superteuer. Da sollte man immer drum herum kommen.
00:14:54: Und deswegen finde ich es schön, dass auch Banken wie beispielsweise jetzt ING in ihren Sanierungsdarlehen diese Puffer geschaffen haben, dass man mehr aufnehmen kann und dann bis zu 30 Prozent kostenfrei zurückgeben kann.
00:15:05: Das wird bei Bauvorhaben leider auch nicht so gern gesehen.
00:15:10: Also da wird es dann meistens einfach ein bisschen mehr aufgenommen und dann auch genutzt für irgendwelche außer der Reihe tanzenden Sachen.
00:15:17: Meistens wird es auch irgendwo teurer im Bau, dass es dann auch gebraucht wird.
00:15:20: Also ich habe noch nie einen Bau erlebt, wo wir günstiger liefen, viel günstiger als jetzt in der Planung.
00:15:27: Deswegen sind diese Nachfinanzierungspuffer extrem wichtig in der Finanzierung zu planen und nicht danach.
00:15:34: Ja, sehr schön. Ich glaube, da müssen wir gar nicht weiter einsteigen und gehen zum nächsten Block, die Flexibilität beim Zurückzahlen und starten mit der Sondertilgung.
00:15:47: Das ist eines der meiner Meinung nach wichtigsten, aber auch am wenigsten genutzten Flexibilitäten.
00:15:57: Die Sondertilgung, was bedeutet das? In der Regel sind das 5 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme.
00:16:04: Die man jährlich zusätzlich zu der Tilgung, die man vereinbart hat, der anfänglichen, der Rate, an den Bankpartner zurückzahlen kann.
00:16:14: Und dadurch seine Restschuld erniedrigt und die Zinskosten minimiert.
00:16:21: Weil wenn wir uns mal vor Augen führen, wie funktioniert so ein Annoitätendarlehen, was in der Regel genommen wird.
00:16:28: Man hat einen Zinsanteil, man hat einen Tilgungsanteil und der Zinsanteil wird immer auch das berechnet, was noch übrig ist monatlich.
00:16:36: Und je weniger übrig ist, desto weniger ist der Zinsanteil. Und weil ja die Rate monatlich immer gleich bleibt, wird der Tilgungsanteil dann immer aufgefüllt bis zu dieser Rate und dementsprechend immer größer.
00:16:49: Und deswegen ist die Sondertilgung nichts anderes, als dass man Monate und vielleicht sogar Jahre überspringt an Monaten.
00:17:00: Und dadurch einfach die Laufzeit der Finanzierung verkürzt. Und je kürzer eine Laufzeit ist, desto weniger Zinskosten fallen.
00:17:07: Das ist dann der Grund, weshalb es eigentlich sehr wichtig ist.
00:17:09: Ja und je früher desto besser. Das heißt, wenn man dann einen Euro übrig hat, ist der immer sehr gern gesehen als Sondertilgung im Darlehen.
00:17:19: Es gibt nur sehr wenige Menschen tatsächlich, wenn man sich mal Studien anschaut, die diese Flexibilität auch in Anspruch nehmen.
00:17:27: Also das ist wirklich in meinen Beratungen merke ich immer sofort das erste, wonach ich gefragt werde, haben wir denn auch eine Sondertilgung.
00:17:34: Es sind aber, wenn ich dann die Menschen in der Anschlussfinanzierung kennenlerne, ich habe meine Bachelorarbeit dazu gemacht witzigerweise,
00:17:45: dann wurden gar nicht so viele Sondertilgungen gemacht.
00:17:48: Spannend. Warum, woran liegt es, denkst du?
00:17:51: Weil dann doch irgendwie das Geld andersweit genutzt wird. Ich sage immer verlebt wird.
00:17:56: Natürlich gibt es dann noch andere Beispiele, wo die dann auch sehr jedes Jahr ihren Bonus genutzt hatten, vielleicht sogar auch teilweise, um dann auch diese Sondertilgungen zu machen.
00:18:08: Und ich finde das auch, wenn man das in der Struktur bespricht, sehr wichtig, diese Sondertilgungen zu nutzen, wenn man jetzt auch eine geringe Mussrate vereinbart hat.
00:18:19: Okay. Wie sieht das denn in puncto Wahlmöglichkeiten aus bei Sondertilgungen? Ich vermute, das ist nicht beliebig wählbar.
00:18:29: Und wie verhält sich das dann auch in puncto Mehrkosten?
00:18:34: Also in der Regel sind die 5% Sondertilgungen immer eingepreist, nenne ich das immer, also kostenfrei mit drin, ohne Zinsausschlage.
00:18:42: Ich habe auch mittlerweile Banken, wo man diese Sondertilgung rausnehmen kann und dann nochmal 0,03, 0,05 sparen kann, wobei die Ersparnis jetzt nicht so riesig ist, als dass ich sie rauslassen würde.
00:18:55: Da gibt es nur einige wenige Beispiele, wo es Sinn macht. Beispielsweise jetzt bei einer Sparda Südwest, wenn ich so einen monatlichen Tilgungsatz wechsle, zwischen 1 und 5% habe, dann entspricht das in der Regel nach Flexibilität von 5% Sondertilgung.
00:19:10: Und dann kann ich sagen, ok für die ersten 10 Jahre werde ich wahrscheinlich darüber hinaus keine mehr Flexibilität brauchen und dann kann man das schon rausnehmen so ein Stück weit.
00:19:21: Und dann gibt es halt die 10% Sondertilgung und sogar auch 20%. Aber da muss ich schon sagen, wenn ich in Richtung 10 oder 20% gehe, da ist der Zinsaufschlag schon deutlich und rechnet sich auch wirklich nur, wenn ich dann auch diese 10% ausschöpfe.
00:19:38: Das ist dann wirklich für die Menschen, die eine extrem niedrige Rate haben wollen, sei es jetzt auch Geschäftsführer, die auch einen sehr hohen Anteil Variabel gezahlt bekommen in einer einmaligen Zahlung über einen Bonus.
00:19:53: Da habe ich schon Antragsteller gehabt, Käufer, die haben irgendwie 50.000, 60.000 Euro Bonus bekommen jährlich und darüber hinaus.
00:20:00: Die finden das natürlich extrem spannend, so eine 10 oder 20% Sondertilgung zu haben und dann eher lieber eine kleinere Monatsrate, um dann einfach, sage ich mal, genau auf diese Bonuszahlung dann auch die Rückzahlung zu bewegen.
00:20:15: Das ist dann bis 10 oder 20%.
00:20:17: Bei den meisten Marken kann man ab 1000 Euro eine Sondertilgung machen und dann geht das auch relativ einfach. So ein Darlehen hat ja auch eine I-Bahn, dass man darauf einfach eine Überweisung macht mit dem Verwendungszweck Sondertilgung.
00:20:32: Und dann verringert sich das Darlehen automatisch und dann in der nächsten Berechnung von den Zinskosten wird das dann direkt mit berücksichtigt.
00:20:41: Und was auch noch wichtig ist, ist die Flexibilität innerhalb der Sondertilgung. Bei der Commerzbank beispielsweise ist es sehr eingeschränkt.
00:20:53: Die haben 12 Monate nach Vollauszahlung, darf man gar nicht Sondertilgung, auch wenn die Sondertilgungsoption drin ist, und dann immer nur einmalig bis zum 30.06.
00:21:07: Da muss man einfach viel beachten, muss sich das planen, das kann funktionieren, das ist alles fein, man muss es nur wissen.
00:21:14: Das extreme Gegenbeispiel ist beispielsweise jetzt auch wieder eine ING, wo man ab 1000 Euro so oft wie man möchte Sondertilgung kann bis zu diesen 5%.
00:21:26: Und diese sind dann in einem Jahr?
00:21:28: Genau. Und direkt auch nach Vollauszahlung. Das ist wirklich extrem flexibel, was einfach manche Menschen ein Stück weit mehr liegt,
00:21:41: weil die sagen, ich weiß nicht, ich will einfach mir die Option offen lassen, jederzeit was Sondertilgen zu können.
00:21:48: Und am Ende des Tages, so eine Sondertilgung ist ja nichts anderes als Opportunitätskosten.
00:21:53: Das heißt, ich muss mir anschauen, wenn ich jetzt beispielsweise einen Zinssatz von 3,8 habe und 20.000 Euro zum Sondertilgen habe,
00:22:03: dann erspare ich mir 3,8% Zinssatz. Natürlich im Kopf gedacht der Zinseszens, aber ich kann ja auch gut und gerne diese 20.000 Euro in den MSC World geben
00:22:17: und auch dort den Zinseszinseffekt mitnehmen. Und da muss man einfach schauen, wie hoch ist der Zinssatz, wo ist meine Rendite aufgehoben.
00:22:25: Jetzt bei den ganzen Darlehen, die aus der Niedrigzinsphase stammen, die vielleicht auch noch eine lange Zinsbindung haben,
00:22:32: da würde ich meine Tilgung so niedrig wie möglich fahren und am besten keinen einzigen Euro Sondertilgen.
00:22:40: Und lieber dann in Produkte reinschiften, die jetzt einfach mehr Rendite bringen. Und da reicht ja auch schon, wenn man wirklich auch sehr konservativ eingestellt ist,
00:22:52: ein absolutes Tagesgeldkonto. Also da kriegt man ja auch mittlerweile immer noch seine 2%. Deswegen, das kann schon Sinn machen.
00:23:01: Und da muss man einfach immer abwägen. Was ich natürlich wichtig finde, ist, dass man in der Erstberatung, wenn es jetzt wirklich auch auf die ersten 10 Jahre geht,
00:23:12: natürlich die Rate, die Mussrate so austäriert, dass nach den 10 Jahren auch kein Risiko von einer Rate-Explosion besteht.
00:23:20: Also was man jetzt nicht machen sollte, ist die Tilgung auf ein Mindestmaß packen, dann 10 Jahre warten, darauf hoffen, dass die Kunden Sondertilgung machen.
00:23:33: Das haben wir vielleicht auch besprochen und sagen, ja, ja, wir machen das, dann ist nichts passiert. Und auf einmal ist die Restschuld zu hoch für dann die Anschlusszinsvereinbarung.
00:23:43: Da muss man schon aufpassen. Also man darf nicht auf sich auf diese Sondertilgung verlassen. Das muss dann eher, sage ich mal, ein nice to have sein.
00:23:52: Ja, oder ein aktiv eingeplant, wie du es gesagt hast, bei beispielsweise Selbstständigen mit höheren Bonuszahlungen.
00:23:59: Die wirklich hohe Bonuszahlungen haben, exakt.
00:24:02: Alright. Du hattest den Punkt schon angesprochen. Lass uns mit dem Tilgungsatzwechsel weitermachen.
00:24:07: Genau. Also der Tilgungsatzwechsel ist meiner Meinung nach richtig eingesetzt. Eine sehr coole Variante oder eine Alternative zur Sondertilgung.
00:24:17: Ich finde beides immer ein bisschen too much und meistens dann auch einfach zu viel Zinssatz ausgegeben.
00:24:23: Ich mache dir ein Beispiel, wie wir es eben hatten. Ich bin immer ein großer Freund davon, die Rate eher moderat zu halten, weil ich auch viele Käufer, Käuferinnen habe,
00:24:32: die in den umbruchsreichsten Zeiten unterwegs sind, sei es Elternzeit oder Berufseinstieg.
00:24:43: Und da kommen halt bestimmte Gehaltsentwicklungen. Deswegen bin ich immer ein großer Freund davon, die Rate eher niedrig zu halten, genug Flexibilitäten einzubauen,
00:24:51: damit man halt auch, wenn man dann kann und möchte, das da in adäquat zurückzahlen kann.
00:24:57: Und deswegen bin ich immer ein großer Fan davon, eine Untergrenze festzulegen mit den beispielsweise 1% Rückzahlungen und dann diesen Tilgungsatzwechsel zu nutzen.
00:25:08: Im besten Falle wie gesagt Frankfurtersperrkasse, Sparer Südwest, die Regios, die bieten das auch gern mal monatlich an, auch anpassen zu können,
00:25:16: dass ich eine Familie kennenlerne, die jetzt aktuell noch keine Kinder hat, die aber Kinder möchte. Dann gehen wir halt auf die 1% Rückzahlung,
00:25:25: um dann, solange noch keine Kinder sind, die Rückzahlung direkt anzuheben mit 2%, vielleicht sogar 2,5% und dann wieder runterzugehen.
00:25:35: Genau, wieder runterzugehen. Und wenn ich so eine Flexibilität monatlich habe, rechne ich auch meistens, was ist das denn monatlich für einen Ratenpuffer, den ich haben kann,
00:25:45: dann habe ich auch, wenn ich sogar ein Einmalzahlungsschenk aus einer Erbschaft bekomme von 20.000 Euro, kann ich dann auch einfach die Rate über 6 Monate nach oben hin anpassen
00:25:55: und dann wieder runter. Und dann ist das wie eine Sondertilgung. Und dann kann ich mir meistens bei solchen Banken auch die Sondertilgungsoption sparen
00:26:03: und kriege dann vielleicht auch nochmal 30, 40 Euro im Monat erspart, dadurch, dass ich es rausnehme. Also ich bin ein großer Fan davon,
00:26:12: diese Flexibilitäten auch nur so einzubauen, wie sie halt auch richtig und wichtig sind. Aber nicht jetzt einfach pro forma alles reinzupacken, ohne jetzt drüber nachzudenken.
00:26:26: Beim Tilgungsatzwechsel, was ist die Spanne, in der ich wählen kann?
00:26:33: Meistens 1 bis 5% Rückzahlung. Die ING ist da auch wieder sehr extrem, sehr flexibel. Da sind sogar 1,25 bis 10%.
00:26:43: Okay, interessant. Also da ist es ja dann wirklich super flexibel.
00:26:49: Sollen wir mit der Ratenpause weitermachen?
00:26:52: Genau, die ist relativ schnell erledigt. So eine Ratenpause, das will eigentlich kein Bankinstitut hören, aber bevor ich in Richtung...
00:27:02: Also den Zinssatz wird man nie erlassen können, weil wenn Geld rausgegeben ist, dann muss das auch irgendwo bezahlt werden.
00:27:09: Was Ratenpause meint, ist diese Tilgungsaussetzung. Und das ist das erste Schwert, was wir haben natürlich als Banker, wenn jetzt jemand zu uns kommt und sagt,
00:27:18: hey, ich bin arbeitsunfähig oder arbeitslos geworden und kann jetzt für ein halbes Jahr, Jahr kann ich diese Rate nicht mehr bedienen.
00:27:28: Bevor wir jetzt sofort in eine Verwertung gehen müssen, gucke ich vielleicht, dass wir diese Zeit überbrückt bekommen, dass wir die Tilgung wenigstens rausnehmen, um ein Stück weit die Belastung zu erniedrigen.
00:27:39: Okay, ich glaube, in der Tat straight forward würde ich direkt einen Haken dran machen.
00:27:44: Damit haben wir den zweiten Block auch abgeschlossen und wandern zum dritten Flexibilität durch Struktur und fangen mit der Zinsbindung an.
00:27:54: Genau, ich habe die Möglichkeit, in Deutschland ja bis zu 30, ich glaube, das ist das längste Jahr in Zinsbindung zu vereinbaren mit Bankhäusern.
00:28:03: Und das heißt, in der Zeit darf das Bankhaus den Zinssatz nicht ändern.
00:28:10: Das heißt, alle die Glücklichen in der Niedrigzinsphase, die sich 1, Zinssätze für 30 Jahre gesichert haben, die werden diesen Zinssatz niemals kündigen.
00:28:21: Also das wird einfach mal...
00:28:21: Den würde ich auch festhalten, solange es geht.
00:28:25: Genau, deswegen, also da kommt es einfach immer auf das Sicherheitsbedürfnis an, eines jeden.
00:28:30: Es gibt da natürlich eine Kopfentscheidung, dass ich sage, ich rechne immer ganz gerne, wenn ich auf 10 Jahre gehe, wie ist denn so perspektivisch die Restschuld nach 10 Jahren?
00:28:39: Dann habe ich einen Wahnsinns, der liegt aktuell, rechne ich so mit 4 bis 5 Prozent plus der Tilgung, die wir vereinbart hatten.
00:28:47: Und dann schaue ich mir an, okay, was haben wir denn dann für eine Rate?
00:28:50: Habe ich irgendwo ein Risiko?
00:28:52: Macht es Sinn, kopfmäßig auf die 10 Jahre zu gehen oder brauche ich vielleicht bei der Familie, bei den Käufer, Käuferinnen mehr Sicherheit?
00:29:02: Und dann gehe ich also vor, von 10, 15, 20 Jahren.
00:29:06: Und dann gibt es halt eine Kopfentscheidung, aber die hat nichts mit der Bauchentscheidung meines Gegenübers zu tun.
00:29:11: Es gibt einfach Menschen, die sagen, boah, ich fühle mich mit 10 Jahren unwohl und mir ist es wert, 100 Euro im Monat mehr auszugeben, jetzt schon.
00:29:19: Einfach aber zu wissen, dass ich genug Planungssicherheit habe.
00:29:23: Planungssicherheit, exakt. Deswegen gibt es da kein richtig und falsch.
00:29:27: Aktuell ist es halt nur besonders schmerzhaft, 15 oder 20 Jahre zu machen, weil es extrem teuer ist.
00:29:35: Also früher war der Unterschied nicht so groß gewesen in der Niedrigzinsphase. Da war es fast egal gewesen.
00:29:41: Aber jetzt muss ich schon sagen, gehen wir in Richtung, dass es zwischen 10 und 15 Jahren so zwischen 70 und 80 Euro sind.
00:29:48: Und bei 20 Jahren schon fast über 100 Euro im Monat.
00:29:52: Und wenn ich dann sage, okay, wenn ich heute 100 Euro in die Hand nehmen muss, damit ich halt 10 Jahre mehr Sicherheit habe,
00:29:58: dann muss ich, also dann muss ich entweder schon ganz schön konservativ sein oder die Rückzahlungsrate so niedrig, dass ich halt diese Sicherheit brauche.
00:30:07: Welche Abstufungen gibt es in puncto Zinssicherheit? Also hat das jetzt schon von 10, 15, 20 gesprochen? 30 hat das vorhin auch gesagt.
00:30:14: Ja, also du kannst tatsächlich jede Zinsbindung, du kannst auch die Zinsbindung dazwischen abschließen.
00:30:20: Also weiß... Ich könnte sogar für 22 Jahre zum Beispiel.
00:30:22: Genau, es gibt auch 8, 9. Früher war es so, die Spaner Südwest hatte sich spezialisiert auf 23, meine ich, um 27 Jahre,
00:30:34: weil der Bankpartner auch steuern kann, welche Zinsbindung er favorisiert.
00:30:39: Und was ein Bankpartner nicht haben möchte bilanziell ist, dass man irgendwie da mal 7, da mal 8, da mal 24 ist doof zum Rechnen,
00:30:46: weil, sage ich mal, das muss ja dann auch geplant werden.
00:30:49: Das sind dann die Mathematikern, wer?
00:30:51: Diese Zinsausläufe, exakt. Und deswegen favorisieren natürlich die Bankpartner mit ihren Margen, werden bestimmte Zinsbindungen favorisiert,
00:30:59: in der Regel dann 15, 15, 20, 25, 30. Und da machen sie es halt besonders günstig.
00:31:05: Und wenn dann irgendwie die 11 oder die 9 Jahre 03 teurer sind, dann bist du ja doof, auf diese Zinsbindung zu gehen.
00:31:15: Und so werden ganz natürlich, sage ich mal, die Zinsbindung dazwischen rausgefiltert.
00:31:22: Verstehe.
00:31:22: Deswegen in der Regel hat man, sage ich jetzt mal, diese wirklich fünfer Schritte.
00:31:25: Ich kann aber, wenn ich es brauche, kann ich mit dem Bankpartner auch besprechen, hey, ich habe da irgendwie einen Bausparvertrag, der ausläuft,
00:31:32: oder ich will nur bis zur Rente finanzieren, das sind jetzt acht Jahre, kannst du mir nicht den Zinssatz von zehn Jahren auf die acht geben oder von fünf Jahren auf die acht.
00:31:42: Da kann man Lösungen finden.
00:31:45: Verstanden. Dann noch weitere Punkte zur Zinsbindung, ist ja vielleicht auch einer der größeren Items hier auf der Liste.
00:31:54: Was man sehr wichtig ist zu wissen, wenn man jetzt über zehn Jahre finanziert, gibt es nach § 489 Bürgerliches Gesetzbuch ein Sonderkündigungsrecht.
00:32:08: Das heißt, jedes Darlehen in Deutschland kann man nach zehn Jahren nach Vollauszahlung und einer Kündigungsfrist von sechs Monaten darf man verbraucherseitig oder Darlehensnehmerseitig kündigen.
00:32:22: Eine Bank muss sich aber immer an den Bankzinssatz halten, den sie rausgibt.
00:32:26: Also das Beispiel 30 Jahre in der Niedrigzinsphase, das muss die Bank durchziehen.
00:32:33: Ich als Verbraucher kann mir aber nicht zugemutet werden, so eine Zinsentwicklung überblicken zu können.
00:32:40: Und deswegen gibt es halt diese Regelung, dass ich halt dann auch, wenn ich jetzt in den letzten Jahren dieser Hochzinsphase ein Darlehen für 15 oder 20 Jahre abgeschlossen habe und merke,
00:32:52: nach zehn Jahren und sechs Monaten ist der Zinssatz wieder besser, dann dürfte ich das Darlehen kündigen außerordentlich und ohne Zinskosten würde ich dann halt auch ein neues Angebot abschließen können.
00:33:05: Okay, alles klar. Ich glaube, das, ja.
00:33:09: Was auch wichtig ist, auch das wissen die meisten nicht, dieses Sonderkündigungsrecht, das gilt nicht nur für den Gesamtbetrag, sondern auch für Teilbeträge.
00:33:21: Das heißt, ich kann dann auch eine kostenfreie Sonderkündigungsoption nach zehn Jahren für mich strukturieren.
00:33:27: Wenn ich jetzt ein Darlehen habe, was 30 Jahre läuft, ich will mich aber schon ein Stück weit entschulden, dann muss ich nicht das komplette Darlehen killen,
00:33:34: sondern ich kann dann in unbeliebiger Höhe, kann ich nach diesen zehn Jahren anfangen zu sagen, okay, ich will einen Darlehenbetrag von 30.000 Euro sonderkündigen, warte sechs Monate und kann das dann kostenfrei zurückzahlen.
00:33:47: Also dieses Sonderkündigungsrecht gilt auch für Teilbeträge des Darlehen.
00:33:51: Das ist spannend und gibt dir dann viel mehr Möglichkeiten nach zehn Jahren, wenn du länger finanziert hast.
00:33:59: Und da ist auch wieder, wenn wir das mit der Sonderkündigung verbinden, wenn ich jetzt eine lange Zinsbindung abschließe, würde ich niemals mir ein Sonderkündigungsrecht mit reinbauen lassen,
00:34:08: wenn es auch unwahrscheinlich ist, dass man das in den ersten zehn Jahren macht, weil ich ja dann ab den zehn Jahren nach Vollauszahlung habe, habe ich ja eigentlich quasi ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht.
00:34:19: Spannend. Dann haben wir hier noch den Punkt mehrere Darlehensbausteine.
00:34:25: Genau, da kann man, sag ich mal auch, hatten wir ja oben das Beispiel, bei Bereitstellungszinsfreier Zeit kann man es aufteilen.
00:34:32: Wir hatten eine Folge dazu gemacht, wenn wir Zusätzlichheit haben, dass es Sinn macht, mehr Bausteine zu machen.
00:34:39: Und auch bei Zinsbindungen kann man überlegen, wenn es einem das liegt, dass man sagt, okay, man hat eine Zinsbindung auf zehn Jahre und dann ein weiteres Darlehen mit 20 Jahren,
00:34:50: dass man das ein Stück weit aufteilt, um einfach auch die Zinskosten zu verringern.
00:34:54: Das ist aber meistens für Menschen nur gedacht, die auch eine hohe Rate vertragen können, weil dieses Darlehnen, was auf zehn Jahre dann gepackt ist,
00:35:03: das sollte dann auch in zehn Jahren abbezahlt sein, weil sonst habe ich ja immer noch ein Restschuldrisiko und müsste das ja nach zehn Jahren wieder anfassen.
00:35:11: Das heißt, man kann durchaus verschiedene Darlehen mit unterschiedlichen Zinsbinderungen machen, um einfach das Risiko zu minimieren, ohne jetzt die volle Zinslast zu tragen.
00:35:25: Aber das bedarf meistens einfach Menschen, die wirklich auch eine hohe Rate fahren können.
00:35:29: Deswegen nutze ich das gar nicht so oft, weil meistens diese Mussrate eher niedrig gefahren werden möchte und das dann eher eine Belastung wäre,
00:35:39: die halt nicht der Zinsersparnis gegenübersteht.
00:35:43: Wenn ich jetzt mehrere Darlehensbausteine habe, mache ich das dann immer bei der gleichen Bank oder muss ich da dann an unterschiedliche Banken ran treten?
00:35:52: Macht das vielleicht auch aktiv Sinn, an unterschiedliche Banken ran zu treten, je nach Baustein?
00:35:58: Es kommt drauf an. Meistens hast du ja mehrere Bausteine, wenn du entweder Fördermöglichkeiten einbaust, wie eine KfW.
00:36:04: Oder da hat jetzt die Michaela von der Sparda Südwest mich darauf aufmerksam gemacht, war ja ein richtiger Punkt, Thema Bausparn.
00:36:11: Da kann man ja auch einen Bauschwörvertrag abschließen, bis 50.000 Euro. Der wird in der Regel auch blanco ausgezahlt.
00:36:19: Und wenn der, sage ich jetzt mal, zuteilungsreif ist, kann man das nutzen, um halt diese 90-%-Grenze zu erreichen im Beleihungsauslauf.
00:36:28: Also Darlehenssumme im Verhältnis zu Kaufpreis, um dann ein Stück weit die bessere Kondition fürs Bankdarlehen zu bekommen.
00:36:37: Das wäre auch eine Darlehensaufteilung bei zwei verschiedenen Partnern, die dann aber, sage ich mal, insgesamt günstiger werden kann.
00:36:45: Also das sind so Beispiele, wo man auch innerhalb des Beleihungsauslaufs vielleicht auch mit einer Bank hingehen kann und sagen kann,
00:36:53: okay, man hat ein Darlehen für die ersten 60%, die sehr günstig sind, und hat dann ein sogenanntes Nachrangdarlehen, was dann für den Rest ist, was dann relativ teuer ist.
00:37:05: Und dann würde man sich halt auch von der Strukturierung der Flexibilitäten erst mal auf das teure Darlehen fokussieren und macht vielleicht sogar für dieses 60%ige Darlehen eine längere Zinsbindung,
00:37:15: weil das dann so ein durchlaufender Faktor ist. Also das sind alles Punkte, da ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
00:37:23: Ich merke nur in der Beratung auch immer, dass wenn ich Struktur besonders interessant finde und mich da verlieren drin kann,
00:37:32: ich natürlich aber auch diesen Background mitbringe, das alles auch nachzuvollziehen, dass die meisten Menschen, dass denen das einfach sehr schnell zu komplex wird.
00:37:39: Ja, das dachte ich jetzt auch gerade, als ich dir zugehört habe. Also am Ende des Tages ist ja alles kann, nichts muss.
00:37:47: Und wenn ich mich jetzt in die Situation reinversetze und man dann anfängt, auch wenn es Sinn macht und im Zweifel man sogar etwas günstiger rausläuft,
00:38:01: gut, je nach Fall ist jetzt alles hypothetisch, aber long story short, wenn es dann zu komplex ist und ich selbst meine Finanzierung nicht verstehe,
00:38:10: dann ist es mir vielleicht lieber, den einfachen Plan zu fahren als irgendwie drei Bausteine, die ich ja doch auch irgendwie selbst managen will und muss zu haben.
00:38:23: Und das ist halt das, wo ich sage, ich kann dir sehr viel stricken, aber du musst es halt auch tragen wollen.
00:38:30: Und genauso ist es halt auch bei den meisten Kunden, die ich kennenlerne, ab einem gewissen Komplexitätsgrad, steigen die einmal halt aus, verständlicherweise.
00:38:40: Und das ist halt auch ein großer Kritikpunkt, den wir auch in der Bausparfolge hatten. Das kann so schön und gut gemeint sein, wie es ist.
00:38:47: Wenn es halt zu komplex wird, dann präferieren schon die meisten, sage ich mal, die einfachen Finanzierungen.
00:38:54: Und ich denke mal, komplex wird es dann ab drei Bausteinen. Also alles bis drei Bausteine kann man noch irgendwo, sage ich jetzt mal keine Ahnung,
00:39:02: in Bankbausteinen, in KfW-Bausteine und dann vielleicht noch irgendwo was Nachrangiges. Das kann man vermitteln.
00:39:09: Aber alles darüber hinaus, ich habe ja wirklich schon Bausparkombinationen mit vier, fünf Bausteinen gesehen, mit unterschiedlichen Zinsabläufen und keine Ahnung was.
00:39:17: Da brauchst du nicht anfangen. Also da wird dir jeder aussteigen.
00:39:20: Würdest du sagen, so in puncto Sinnhaftigkeit mehrerer Bausteine und letztendlich dann steigende Komplexität kann oder macht mehr Sinn mit höheren Darlehenssummen,
00:39:35: sprich komplexeren Fällen und keine Ahnung, jetzt in einem niedrigeren, mittleren Bereich macht das eigentlich nicht so viel Sinn?
00:39:45: Also ich finde alles bis 500.000 Euro macht Darlehensstrukturierung bedingt herr Sinn.
00:39:53: Ein Thema, was wir jetzt noch nicht angesprochen haben wurde, Darlehensstrukturierung immer Sinn macht, ist wenn ich beispielsweise ein zwei Familienhaus kaufe,
00:40:02: wovon ich eine Partei vermiete und eine Partei selbst nutze. Dann ist es egal, wie hoch das ist, da macht eine Darlehensstrukturierung immer Sinn,
00:40:10: weil ich ja ein Darlehen habe, was ich steuerlich absetzen kann, weil in der Vermietung kannst du ja die Abschreibung, die Zinskosten steuerlich geltend machen.
00:40:19: Und bei meinem Eigennutz kann ich das halt nicht. Und da ist es extrem wichtig, dieses Darlehen so zu strukturieren, dass dein Eigennutz eine besonders hohe Rückzahlung hat
00:40:28: und einen besonders niedrigen Zinssatz, weil den kannst du nicht steuerlich geltend machen. Und das Darlehen, was du, sage ich mal zur Kapitalanlage nutzt,
00:40:37: ein besonders hohen Zinssatz hat und eine sehr niedrige Tilgung. Und da kann man natürlich besonders schön anfangen, auch mehrere Darlehensteile zu bilden,
00:40:48: um dann einfach dieser Struktur gerecht zu werden. Aber selbst da ist das Maximum zwei, vielleicht drei Darlehen, wenn du noch ein Förderdarlehen dazu packst.
00:40:56: Alles darüber hinaus wird halt einfach zu komplex.
00:41:00: Okay, all right. Förderdarlehen hast du gerade auch nochmal aufgepickt. Das wäre jetzt noch ein weiterer Punkt für Flexibilität durch Struktur.
00:41:11: Wir haben uns aktiv dagegen entschieden, das Thema jetzt heute auch noch zu besprechen. Zum einen haben wir für alle Käufer, Käuferinnen in Hessen und Rheinland-Pfalz ja ohnehin
00:41:22: die Landesförderungen, WIBank, ISB schon eine Folge dazu gemacht. KfW ist mit Sicherheit noch ein weiterer Punkt. Aber da ist mein klarer Vorschlag,
00:41:32: lass uns da eine separate Folge dazu machen, sonst werden wir heute nicht fertig. So, dann würde ich sagen, lass uns in den Transfer gehen.
00:41:45: Ich glaube, die einzelnen Bestandteile, die haben wir jetzt gut abgearbeitet und erklärt, wie die dann auch funktionieren.
00:41:53: Wenn jetzt jemand den Fall vor sich sieht, Elternzeit, was macht da Sinn, an flexiblen Bausteinen mit einzuplanen und was vielleicht auch überhaupt gar nicht?
00:42:07: Also auf jeden Fall einen Tilgungs-Satzwechsel, wenn ich mit einer hohen Rate reingehen möchte. Weil meistens lerne ich ja die Käufer, Käuferinnen kennen,
00:42:18: wenn entweder gerade das Kind geboren ist oder man kurz davor ist oder das wenigstens in Planung hat. Und deswegen ist immer meine Frage,
00:42:27: wie sieht es denn aus mit Familienplanung? Ja, nein, vielleicht. Und vielleicht ist keine gute Antwort. Weil wenn die Familienplanung ein Thema ist,
00:42:36: muss ich damit rechnen, dass ein Gehalt niedriger sein wird für 12 bis 24 Monate. Und deswegen muss ich immer schauen, wenn ich so eine Baufinanzierung
00:42:48: habe, dass diese Rate entweder auf die Zeit des Elterngeldes schon ausgelegt ist oder ich genug Eigenkapitalpuffe habe, um diese Zeit x zu überbrücken.
00:43:01: Diese zwei Beispiele, Szenarien muss man durchgerechnet haben. Und wenn ich dann sage, gibt es verschiedene Strategien da dran zu gehen, entweder ich sage,
00:43:09: ich sichere mir eine Untergrenze, also die niedrigstmögliche Rate, indem ich halt eine 1%ige Tilgung wähle, weiß aber, ich will nicht über 40 Jahre das da
00:43:20: zurückzahlen. Und solange ich noch double money, no kids bin, gehe ich dann direkt auf eine Tilgung von 2%, vielleicht sogar darüber. Und solange dieses Szenario
00:43:39: um diesen Tilgungsatzwechsel zu nutzen, um dann auch auf diese Rate runterzukommen, die ich gut tragen kann, auch während der Elternzeit. Wenn ich diese
00:43:49: Untergrenze nicht eingebaut habe und auch nicht die niedrige Rate geplant habe, dann brauche ich halt die Eigenkapitalreserven und diesen Einkommensausfall zu überbrücken.
00:43:59: Und das ist eigentlich auch dieser Tilgungsatzwechsel ist entstanden, eigentlich auch genau aus diesem Thema. Und meistens bei den Bankpartnern auch immer nur
00:44:08: zwei oder drei Mal möglich, den zu ändern, um genau diese Elternzeiten auch zu überbrücken.
00:44:14: Ich verstehe. Und es geht jetzt ja dann auch nicht, beziehungsweise anders formuliert, nicht nur relevant für den Fall, dass ich jetzt finanziere, wenn ich schon in der Elternzeit
00:44:25: bin, sondern vor allem auch, wenn in der Planung absehbar ist oder der Kinderwunsch da ist, dass dann die Elternzeit kommt, dass man das mitverankert.
00:44:35: Besonders für die, die halt keine Eigenkapitalreserven haben in der nötigen Höhe. Wenn ich jetzt jemanden habe, der nach Finanzierung noch 100.000 Euro auf der Kante hat, da klar, spreche ich auch
00:44:45: drüber, aber da weiß ich, da wird immer ein gewisser Zeitraum überbrückt werden können. Wenn ich aber jetzt ein Pärchen habe, die gerade so die Nebenkosten zusammen
00:44:56: bekommen und wo die Sparmöglichkeiten jetzt auch nicht üblich sind über den Hauskoff hinaus, muss man sich natürlich erstmal fragen, ob die kaufen sollten.
00:45:04: Aber wenn das, sage ich mal, schon soweit alles passt und die noch eine gute Sparrate haben, aber halt mit den zwei Gehältern und wenn dann mal kurzfristigen Gehalt
00:45:15: rausfällt, dann muss halt die Rate so angepasst sein können, dass das halt auch passt. Deswegen ist es halt immer wichtig, in solch einer Situation die Rate, diese
00:45:26: Mussrate nicht auf das Aktuelle zu berechnen, sondern auf das Szenario, Ein Gehalt plus Elterngeld. Und das ist so ein Stück weit der Punkt, da muss man halt wirklich aufpassen
00:45:38: in meiner Elternzeit, ist aber jetzt auch nicht mehr so schlimm bei den Banken. Also früher war es ja wirklich ein K.O.-Kriterium, da konntest du gar nicht finanziert werden in
00:45:46: der Elternzeit. Mittlerweile wissen auch die Banken, dass das, sage ich mal, die Kinder eher später kommen, wo man halt gerade auch in diesen Jahren ist, dass man
00:45:55: dann kauft und haben wirklich auch die Möglichkeiten geschaffen, dass auch solche Darlehen genehmigt werden und dann auch ohne Probleme. Man muss halt einfach immer ein Konzept
00:46:04: bringen. Also ich stelle der Bank dann vor, hey, dann und dann so und so viel Elternzeit planen wir, dass dann in etwa das Elterngeld die und die Lücke entsteht, das sind dann irgendwie
00:46:16: 15.000 Euro, die können die entweder aus Eigenkapital planen oder hey, wenn wir die und die Rate als Untergrenze haben, dann können die sich das auch leisten, wenn jetzt eine in
00:46:25: Elternzeit gehen würde. Und genau das musst du halt als Finanzierer auch dann bringen können, um einen Bankpartner davon zu überzeugen, dann auch die Finanzierung mitzubegleiten.
00:46:33: Also ich glaube, das ist wirklich ein absolutes Muss. In puncto Elternzeit gibt es irgendwelche anderen Bausteine, die optional hier eine Relevanz haben.
00:46:45: Klar, natürlich kann man auch mit einer Sondertilgung arbeiten, wenn man jetzt eine niedrige Tilgung hat und beispielsweise jetzt, ich mache dir ein Beispiel bei einer Commerzbank, kostet der Tilgungsatzwechsel.
00:46:55: Dann bin ich immer ein Freund davon, auf die niedrigst mögliche Tilgung zu gehen und den Rest dann über Sondertilgung zu machen. Setze natürlich auch voraus, dass meine Gegenüber
00:47:04: diszipliniert genug sind, dann auch, sage ich mal, die Sondertilgung zu fahren. Muss man einfach immer aufpassen, wenn du das Gefühl bekommst als Finanzierer, dein Gegenüber ist es nicht, dann solltest du halt andere
00:47:15: Möglichkeiten wählen. Aber da würde ich halt immer wieder auf einen Tilgungsatzwechsel verzichten, weil der nur Geld kostet, auch nur zweimal möglich ist und dann brauche ich den nicht.
00:47:25: Da kommt es dann auch ganz stark drauf an, bei welcher Bank finanziere ich, wie funktioniert die Bank. Alright, dann würde ich sagen, lass uns doch zum nächsten Szenario gehen.
00:47:38: Und wie schaut es bei Selbständigkeit aus? Da habe ich meistens eigentlich immer die Themen, dass die auch eine sehr niedrige Rate haben wollen unterjährig, weil einfach meistens die Arbeitsverträge bei GmbH-Geschäftsführern so strukturiert sind, dass die Rate, also das Gehalt eher niedrig kalkuliert ist, dafür aber hohe Boni gezahlt werden.
00:48:00: Oder wenn ich jetzt Einzelunternehmer habe, die sich unterjährig eher nur das Nötigste rausziehen, aber wenn dann der Gewinn feststeht, sagen, okay, jetzt kann ich eine große Summe extra zahlen. Die wollen dann wirklich, also für die ist die Sondertilgung extrem wichtig.
00:48:17: Und die wollen dann auch eher in Richtung der 10-20% gehen und dafür aber eine sehr niedrige Mindest- also Mussrate fahren. Für die Selbstständigen ist also die Sondertilgung imminent wichtig.
00:48:29: Neben der Sondertilgung, wenn jetzt, das wünscht man natürlich niemandem, aber es in der Selbständigkeit nicht so gut funktioniert, kann denn die Ratenpause oder Tilgungsaussetzung auch ein Thema werden?
00:48:39: Muss dann, aber das macht, wie gesagt, die Bank nicht freiwillig. Das ist dann ein Mittel zum Zweck. Aber das ist dann auch Last Resort. Also da überlegt auch eine Bank, ob sie dann die nächste Finanzierung überhaupt noch begleiten will, wenn das dann mehr als einmal vorkommt.
00:48:54: Ja, natürlich. Aber durchaus ein Risiko. Gut, wie schaut es denn beim, jetzt gehen wir hier in die dunklen Fälle, bei Trennung und Scheidung aus?
00:49:08: Da muss man einfach wissen, dass wenn man sich trennt oder scheidet, ist das für mögliche Käufer und Käuferinnen natürlich immer ein Superfall.
00:49:20: Weil dann muss die Immobilie relativ schnell verkauft werden und dann ist es auch nicht so wichtig, dass es der bestmöglichste Preis ist.
00:49:29: Das ist dann ein Fall, wo die Hypovereinsbank auf jeden Fall gecheckt werden muss. Für alle, die die letzte Woche zugehört haben, wissen jetzt warum.
00:49:38: Genau, das können so Fälle sein. Und für die, die sich scheiden lassen und dann die Immobilie verkaufen, weil meistens ist das ja ein Haus, wo man dann zu zweit drin wohnt und für einen ist es dann zu teuer.
00:49:51: Und deswegen ist es auch gesetzlich wieder in § 489, diesmal aber Absatz 2 geregelt oder 3, bis Sie nochmal nachschauen.
00:50:00: Du bist ja kein Anwalt, das soll ich dir verziehen.
00:50:05: Dass man ein Sonderkündigungsrecht auch bei besonderen Ereignissen, worunter auch ein Verkauf zählt, kann man jederzeit das Darlehen zurückzahlen.
00:50:15: Man muss nur beachten, in den ersten 10 Jahren nach Finanzierung, wo man auch kein gesetzliches Sonderkündigungsrecht hat, da fallen halt einfach Vorfälligkeitsentschädigungen an.
00:50:26: Das heißt, der Bank entsteht ja in Zinsschaden dadurch, dass die Finanzierung vorab zurückgeführt wird und die entgangenen Zinserträge müssen dann halt zurückgezahlt werden.
00:50:39: Wichtig hier einfach zu wissen ist, dass sich immer individu-tagesaktuell berechnet.
00:50:45: Ich habe jetzt ein Pärchen gehabt, vorletztes Jahr, die haben sich auch geschieden, das musste verkauft werden, und die hatten aber noch einen 1%-Zinssatz gesichert.
00:50:59: Da hat die Bank keine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet, weil die kann ja heute zu 3, 5, bis 4% Refi initiieren oder auch damals.
00:51:08: Dann sind halt nur Bearbeitungskosten entstanden.
00:51:11: Wohingegen das Gegenbeispiel, wenn jetzt jemand jetzt finanziert zu 4% und dann der Zinsmarkt, glaube ich zwar nicht, aber sich in Richtung der 2% bewegt in 5 Jahren, dann würde zu dem Zeitpunkt, würde die Bank sich nur für die Hälfte refinanzieren können am Markt.
00:51:31: Das bedeutet, dass dann dieser Unterschied ein Stück weit mit reingerechnet werden muss und das dann halt in Form einer Einbahnzahlung vom Verkaufspreis abgezogen wird.
00:51:44: Und was wichtig ist vielleicht auch zu wissen jetzt vom Punkt der Sondertilgung, da kann es auch Sinn machen, die Sondertilgung mit drin zu haben als Flexibilität, weil der Gesetzgeber bei der Berechnung dieser Vorfälligkeitsentschädigung vorgibt,
00:51:58: dass jedes Jahr davon ausgegangen werden muss, auch wenn noch nie eine Sondertilgung stattgefunden hat, dass die Sondertilgung in voller Höhe genutzt wurde, um dann einfach auch das verringert diese Zinskosten, die man hat.
00:52:10: Also das kann man mal im Kopf behalten, wenn die Gefahr besteht, dass man in den ersten 10 Jahren die Immobilie wieder verkaufen möchte, dann macht es immer Sinn, die Sondertilgung mit einzubladen.
00:52:21: Ja, ich würde jetzt mal behaupten, wenn man vor der Finanzierung schon planbar abschätzen kann, dass eine Trennung Entscheidung bevorsteht, hat man erstmal ein anderes Problem, das es zu lösen gilt.
00:52:35: Aber wichtig zu wissen, deswegen haben wir den Punkt auch mit rein genommen, welche Punkte dann halt einfach reinkicken. Und da ist das ein sehr wichtiger Hinweis.
00:52:49: Dann würde ich sagen, nach der Trennung und potenzielle Scheidung, lass uns in den Verkauf gehen.
00:52:58: Genau, so hatten wir eben angesprochen, Sonderkündigungsrecht haben wir besprochen. Was beim Verkauf an Flexibilität noch wichtig ist, wenn man jetzt auch vielleicht sogar eine neue Immobilie kaufen möchte und keine langfristige Finanzierung benötigt,
00:53:11: dann braucht man ja die Flexibilität, ein Stück weit diesen Verkaufspreis vorfinanzieren zu können.
00:53:18: Da gibt es spezielle Partner am Markt, Elvanger Geiger, das Bankhaus Salita, die sich wirklich darauf spezialisiert haben, diese Kurzfristfinanzierung auch zu begleiten.
00:53:29: Da wird in der Regel dann ein Marktwert festgelegt von der aktuellen Immobilie, die verkauft wird. Davon werden dann maximal 80 Prozent finanziert.
00:53:37: Und diese 80 Prozent kriegt man dann ausgezahlt, um dann auch wieder was Neues kaufen zu können.
00:53:44: Und das ist dann ein variables Darlehen, dass man jederzeit zurückzahlen kann und dementsprechend natürlich auch teuer.
00:53:53: Bei den meisten, also Elvanger Geiger, kann man auch sogar die Zinskosten, die dort entstehen, sogar mitfinanzieren, wenn das halt im Marktwert möglich ist.
00:54:02: Und dann halt, sobald dann der Verkauf durch ist, das Geld auch relativ schnell zurückgefallen.
00:54:08: Das mache ich aber wirklich nur, wenn ich aktiv am Verkaufen bin und nicht in einem hypothetischen Konstrukt.
00:54:18: Ich würde eventuell verkaufen, wenn da die richtige Immobilie kommt.
00:54:22: Genau. Also deswegen, das macht man wirklich nur, wenn man aktuell aktiv verkauft und wirklich schon sehr schnell was Neues kaufen möchte.
00:54:29: Was auch wichtig ist zu wissen, wenn man jetzt verkauft und da einfach noch ein Bestandsdarlehen ist,
00:54:35: da muss man sich keine Sorgen machen, wie das vonstatten geht, weil dann auch die Ablösung des Darlehens durch den Notar, also das wird alles durch den Notar geregelt.
00:54:45: Das heißt, die Käufer, die dann die Immobilie erwerben, die überweisen dann nicht den Kaufpreis direkt an mich,
00:54:52: sondern da wird halt die Bank sagt dann dem Notar, hey, es sind noch 100.000 Euro offen und der Kaufpreis sind 400.
00:54:58: Dann gehen halt 100 an die Bank und ich kriege die restlichen 300 überwiesen.
00:55:03: Okay, dann lass uns doch mit dem nächsten Punkt weitermachen.
00:55:07: Wie schaut es denn aus, wenn ich erbe? Das ist ja potentiell etwas planbarer als eine Trennung oder Scheidung.
00:55:15: Nicht nur der Todesfall, sondern vor allem auch das Thema Schenkung, steuerliche Gestaltung ist da glaube ich nicht unwichtig.
00:55:24: Genau, da würde ich einfach ungern irgendwie Flexibilität in die Kosten innerhalb der Zinsspendungen reinplanen.
00:55:32: Also es gibt manche Bankpartner, da kann man sagen, okay, ich will in fünf Jahren 100.000 Euro Sonder tilgen, weil eine Erbschaft kommt.
00:55:40: Da würde ich immer abwarten, bis dann der Zinsauslauf ist.
00:55:43: Ich mache dir ein Beispiel. Nach zehn Jahren, ich habe für 500 aufgenommen, jetzt habe ich nach zehn Jahren 450.
00:55:50: Dann muss ich nicht die 450 Anschluss finanzieren.
00:55:53: Da kann ich wirklich in beliebiger Höhe sagen, okay, ich habe jetzt eine Schenkung von meinen Eltern bekommen, 200.000 Euro.
00:55:59: Und jetzt finanziere ich nur 250 weiter.
00:56:03: Deswegen würde ich bei Erbschaften, bei Schenkungen immer die Zinsabläufe abwarten oder halt die Flexibilitäten peu à peu nutzen.
00:56:13: Beispiel 5% Sondertilgung, um dann das Geld auch dort in die Immobilie reinzupacken, wenn mein Ziel Entschuldung ist.
00:56:20: Ich muss immer schauen, und da kommt auch wieder der Punkt Opportunitätskosten rein, bringt mir das überhaupt oder was bringt mir das an Ersparnis?
00:56:29: Und was könnte ich mit dem Geld in der aktuellen Marktsituation anders machen?
00:56:34: Und deswegen sind, sage ich mal, solche Erbschaften, sollte man immer zum Punkt Anschlussfinanzierung,
00:56:39: und das sollte auch vom Berater die Frage kommen, hey, erwartest du jetzt in den nächsten Jahren was oder wie schaut es da aus?
00:56:48: Und dann kann es vielleicht sogar Sinn machen, wenn man jetzt nach zehn Jahren Anschlussfinanzierung, sind diese 450 offen.
00:56:54: Und man weiß aber, in drei Jahren bekommt man, weil der Schenkungsfreibeträge wieder frei sind, bekommt man die nächsten 50.000 Euro.
00:57:01: Dann würde ich 400 wieder vielleicht für zehn Jahre weiterfinanzieren und die 50.000 nur für drei Jahre, weil ja dann, sage ich mal, das Darlehen abgelöst werden kann durch dieses Ereignis.
00:57:14: Also das ist einfach ein Punkt, man kann die Finanzierung flexibel genug machen und individuell genug machen, es muss dann aber auch passen.
00:57:23: Und deswegen würde ich es immer zu diesen Zinsausläufen mit reinpacken, diese großen Extrazahlungen, weil es da einfach am kostenneutralsten ist.
00:57:34: Alright. Dann der letzte Punkt auf der Liste, was passiert, wenn ich krank werde?
00:57:40: Man kann entweder, kann man...
00:57:42: Schwere Krank, wir sprechen jetzt nicht über den Schnupfen.
00:57:44: Ja, also was man machen kann, ist sich natürlich am Anfang der Finanzierung gegen schwere Krankheiten zu versichern.
00:57:51: Da gibt es solche Restkreditversicherungen, sind natürlich sackteuer.
00:57:56: Also das macht wirklich nur Sinn, wenn man wirklich auch 100 Prozent oder vielleicht darüber finanziert.
00:58:03: Es gibt natürlich immer die Möglichkeit, wenn das jetzt überbrückbar ist, wieder die Tilgungsaussetzung, also die Ratenpause mit der Bank zu verhandeln, ist aber immer eine Einzelverhandlung.
00:58:14: Und auch da wird es wichtig, wie gesagt, diese Untergrenze zu haben in der Finanzierung und darauf auch zurückfallen zu können.
00:58:24: Weil, wie gesagt, wenn man dann irgendwie eine Arbeitsunfähigkeit hat, nur 60 Prozent von seinem aktuellen Einkommen bekommt, dann kann es halt sehr schnell eng werden.
00:58:34: Okay. Da ist sonst noch irgendein anderer Punkt relevant, aber ich glaube nicht.
00:58:39: Mir ist noch eingefallen als Einschub vielleicht noch für das Thema Ratenuntergrenze.
00:58:47: Das kann für die auch, also ich sehe es sehr oft, deswegen ist es mir gerade nur eingefallen, wenn man jetzt nicht direkt ein Haus kauft,
00:58:55: sondern erstmal vielleicht auch in den Zwanzigern so eine Wohnung für sich alleine kauft oder zu zweit, die dann aber für die Familie irgendwann zu groß wird.
00:59:03: Und wenn man dann ein Haus kaufen möchte, die Wohnung nicht verkaufen möchte, sondern weiter vermieten möchte.
00:59:09: Die Wohnung ist dann zu klein.
00:59:11: Genau, die Wohnung ist zu klein. Dann ist es immer ein Genickbruch, wenn man da in dieser Wohnungsfinanzierung nicht langfristig genug gedacht hat
00:59:22: und da eine Bank gewählt hat, die eine sehr hohe Rückzahlungsforderung hat, dass man da mit 2, vielleicht sogar mit 2,5 Prozent Tilgung reingehen musste.
00:59:31: Weil dann ist es eigentlich eher eine Kapitalanlage, die anders betrachtet werden muss.
00:59:34: Genau, und ich bin immer sehr hellhörig, wenn ich Menschen kennenlerne, die so eine Wohnung kaufen, wo ich eigentlich schon lang sehen kann, die irgendwann mal Kinderwunsch.
00:59:41: Dann bin ich sofort, okay, was macht ihr mit der Wohnung, wenn ihr dann die nächstgrößere Immobilie kauft?
00:59:48: Und da poche ich eigentlich immer drauf, auch wenn es vielleicht ein schlechterer Zinssatz ist, man aber insgesamt vielleicht bei 1 Prozent Rückzahlung landen kann,
00:59:56: dass man halt auch schaut, dass dieser Case Vermietung schon perfekt abgestimmt ist für in 10, 15 Jahren.
01:00:04: Weil dann einfach der Vorteil besteht, wenn man dann in diese Hausfinanzierung reingeht, dass man nicht irgendwie unnötig belastet wird über diese Wohnung.
01:00:11: Weil ich habe schon erlebt, Kunden, die ich erst zum Haus kennengelernt habe, die so eine Wohnungsfinanzierung mit jemand anderem gemacht hatten,
01:00:18: dass dann irgendwie die Rate bei, also die mögliche Miete bei 1000 Euro war, die Rate aber bei 1400, 1500, was für den Eigennutz ja fein ist,
01:00:29: aber was ja für eine Vermietung dann diese zusätzliche Belastung hat, besonders weil die Mieteinnahmen bei der Haushaltsrechnung von der Bank auch meistens nur mit 60, maximal 80 Prozent angesetzt werden.
01:00:41: Also deswegen ist es, was jetzt diese Ratenmindestrate angeht und diese Tilgungsatzwechsel macht wirklich bei Menschen, die eine Wohnung mit einer Wohnung anfangen, die selbst drin wohnen, immer Sinn, diese Vermietungsoptionen auch nochmal durchzurechnen.
01:00:57: Ja, sehr spannender Punkt. Ich habe mir auch noch etwas aufgeschrieben hier vorhin. Und zwar hattest du gesagt, Sondertilgung versus Tilgungsatzwechsel macht meistens keinen Sinn, für beides dann auch zu bezahlen.
01:01:15: Wie entscheide ich, was für mich mehr Sinn macht? Ich glaube für den Selbstständigen mit potenziell hohen Bonuszahlungen, da ist es relativ straightforward, macht die Sondertilgung wahrscheinlich mehr Sinn, aber kannst du das nochmal abgrenzen?
01:01:35: Also einen Tilgungsatzwechsel brauche ich immer nur dann, wenn ich eine gewisse Untergrenze an Rate mir nicht sichern kann. Das ist immer der Punkt, wenn ich eine einprozentige Rückzahlung vereinbaren kann mit der Bank, was das niedrigste ist, was man aktuell machen kann, dann brauche ich keinen Tilgungsatzwechsel, weil dann habe ich ja meistens das schon erreicht, was ich möchte, dass ich diese Untergrenze gesichert habe.
01:02:02: Und dann kann ich eigentlich alles weitere über so eine Sondertilgung regeln. Das heißt, ich kombiniere immer gerne eine sehr niedrige Mustrate mit einer Sondertilgungsoption, was dann extrem gut miteinander funktioniert, vorausgesetzt wie gesagt, wie ich armen disziplinierte Darnehmensnehmer.
01:02:22: Einen Tilgungsatzwechsel kombiniere ich eigentlich dann immer nur, wenn ich eine Untergrenze mir festlegen kann und der monatlich möglich ist, dass ich dann auch direkt hochgehen kann und dann wieder runtergehen kann und so oft wie ich möchte, weil dann brauche ich keine Sondertilgung, wenn ich diese Tilgungsoption oft genug nehmen kann, um dann auch diese Flexibilität, diese Rückzahlung adäquat zu haben.
01:02:49: Deswegen ist es, sage ich mal, von der Priorität, wenn ich eine niedrige Rate habe, bin ich eigentlich immer mehr in Richtung Sondertilgung. Wenn ich einen flexiblen, genügend Tilgungsatzwechsel habe, bestenfalls monatlich, dann brauche ich keine Sondertilgungsoption. Und beides brauche ich eigentlich nur, wenn ich wirklich extrem schnell auch das Darlehen zurückzahlen möchte.
01:03:15: Okay, verstanden. Gut, dann lass mich nochmal zurückkehren zur Eingangsfrage. Wir hatten ja gesagt, macht Flexibilität einen echten Unterschied oder wird die Flexibilität teuer erkauft?
01:03:33: Wie würdest du die Frage beantworten und was sollte ich als Käuferin tun in meiner Beratung, um genau diese Frage für mich beantworten zu können?
01:03:47: Wenn man die Flexibilitäten insgesamt betrachtet, ist es meistens, wenn man alles mit rein nimmt, überteuert. Deswegen bin ich ein großer Fan davon, wirklich selektiv scharf zu gucken, was ist nötig, was ist realistisch, brauche ich noch mehr. Und ich gehe auch da sehr genau in die Frage rein, was willst du Sondertilgung, wie viel macht das im Monat aus?
01:04:18: Deswegen ist es meiner Meinung nach mehr die Frage danach, wie weit kann ich mit der Rate runtergehen, wenn was passiert, dass ich mir diese Untergrenze sicher, weil die viel wichtiger ist, als dass ich noch 30.000 Euro extra zahlen kann.
01:04:36: Weil diese Untergrenze zu nutzen wahrscheinlicher ist, nutzen zu müssen, als dass ich jetzt irgendwoher noch mal Geld geschenkt bekomme und dann die extra Zahlung machen kann. Deswegen kommt es auch immer auf den Bankpartner an, es ist sehr schwierig das jetzt pauschal zu beantworten.
01:04:54: Man muss einfach schauen, was ist einem wichtig, wie viel kostet mich das und je nach Bankpartner muss ich dann wirklich individuell mich dagegen oder dafür entscheiden.
01:05:06: Sprich ich muss wirklich sicherstellen, dass ich in der Beratung, egal von wem ich beraten werde, dass eben auch meine Lebenssituation entsprechend durchleuchtet wird, um herauszufinden oder auch in absehbare Planung, um herauszufinden, was ist wirklich wichtig für mich, damit ich nicht an jedem Punkt Flexibilität extra zahle.
01:05:28: Die gar nicht nutze.
01:05:29: Ja, bei den meisten und wirklich nur draufzahle.
01:05:32: Ja, und wichtig halt auch nicht nur die aktuelle Lebenssituation, sondern auch die nächsten 10, 20 Jahre überblickt werden.
01:05:40: Genau, weil man finanziert ja nicht für zwei Jahre.
01:05:43:
01:05:43: Gut, es sind noch irgendwelche Punkte, die wir nicht besprochen haben. Sind gut über eine Stunde jetzt. Ich glaube, waren wir recht detailliert heute.
01:05:56: Ja, ne, sind gut durchgekommen.
01:05:59: Sehr schön. Dann würde ich sagen, machen wir hier einen Haken dran an die Folge. Ich fand es sehr spannend.
01:06:06: Ich hoffe, ihr auch. Danke fürs Zuhören.
01:06:11: Wir werden das wie gewohnt ja auch mit den wichtigsten Punkten und Learnings und FAQs auf unsere Website packen ist, glaube ich, gerade bei dem Thema sehr wichtig.
01:06:25: Auch für alle, die da noch mal irgendwie nachlesen wollen, wenn es jetzt zu schnell ging, auf unsere Website baufee.de.
01:06:32: Da findet ihr das. Und ansonsten würde ich sagen, sprechen wir uns nächste Woche wieder. Bis bald und macht's gut.
01:06:41: Ciao, ciao.
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